(Stutt­gart) Der Bun­des­ge­richts­hof hat soeben in einem Fall ent­schie­den, dass einem Lebens­ge­fähr­ten nach Been­di­gung der nicht­ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaft die Rück­for­de­rung einer frü­he­ren Zuwen­dung an die Lebens­ge­fähr­tin zusteht.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Fami­li­en­recht Mar­tin Weis­pfen­ning, Vize­prä­si­dent und Geschäfts­füh­rer „Fami­li­en­recht” der Deut­schen Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 6.05.2014 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. X ZR 135/11.

In dem Fall ver­lang­te der Klä­ger vom Nach­lass­pfle­ger der zwi­schen­zeit­lich ver­stor­be­nen Beklag­ten Rück­zah­lung einer Zuwen­dung, die er an die Beklag­te wäh­rend der zwi­schen den Par­tei­en seit 2003 bestehen­den nicht­ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaft geleis­tet hat. Der Klä­ger war Inha­ber eines Spar­briefs in Höhe von 50.000 € mit Lauf­zeit bis 27. Okto­ber 2009. Im Mai 2007 bega­ben sich die Par­tei­en auf eine mehr­mo­na­ti­ge gemein­sa­me Euro­pa­rei­se. Kurz vor dem geplan­ten Abrei­se­da­tum ver­an­lass­te der Klä­ger, dass der Spar­brief über 50.000 € auf­ge­teilt wur­de. Eines der neu­en Papie­re über einen Betrag von 25.000 € wur­de auf den Namen der Beklag­ten aus­ge­stellt.

Anfang Okto­ber 2008 trenn­ten sich die Par­tei­en durch Aus­zug der Beklag­ten aus der gemein­sa­men Woh­nung. Mit der Kla­ge hat der Klä­ger zunächst die Her­aus­ga­be des Spar­briefs gel­tend gemacht und ver­langt nun­mehr nach Gut­schrift des Geld­be­trags auf einem Kon­to der Beklag­ten die Zah­lung von 25.000 € zuzüg­lich Zin­sen.

Das Land­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Das Beru­fungs­ge­richt hat die Kla­ge abge­wie­sen und ange­nom­men, es lie­ge eher eine Schen­kung als eine unbe­nann­te Zuwen­dung unter Lebens­ge­fähr­ten vor. Der Zuwen­dung lie­ge weder eine Zweck­ab­re­de zugrun­de, noch sei die Geschäfts­grund­la­ge für die Zuwen­dung weg­ge­fal­len.

Mit der vom Senat zuge­las­se­nen Revi­si­on hat der Klä­ger sei­nen Antrag wei­ter­ver­folgt.

Der für das Schen­kungs­recht zustän­di­ge X. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat ent­schie­den, dass die Aus­stel­lung des Spar­brie­fes auf den Namen der Beklag­ten als eine unbe­nann­te Zuwen­dung und nicht als Schen­kung ein­zu­ord­nen ist, da sie der Ver­wirk­li­chung, Aus­ge­stal­tung und Erhal­tung der nicht­ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaft der Par­tei­en die­nen soll­te. Hier­ge­gen spricht nicht, dass die Zuwen­dung die Beklag­te erst für den Fall des Todes des Klä­gers finan­zi­ell absi­chern soll­te, weil in der zugrun­de­lie­gen­den Abre­de gleich­wohl zum Aus­druck kommt, dass die Soli­da­ri­tät der Par­tei­en auch über den Tod des Klä­gers hin­aus wir­ken und damit zugleich die Ver­bun­den­heit der Lebens­part­ner zu Leb­zei­ten bekräf­tigt wer­den soll­te. Mit der Been­di­gung der nicht­ehe­li­chen Lebens­ge­mein­schaft ist die­se Grund­la­ge der Zuwen­dung weg­ge­fal­len, wes­halb dem Klä­ger nach § 313 BGB** ein Anspruch auf Rück­zah­lung zusteht.

Weis­pfen­ning emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fäl­len Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. auch auf die bun­des­weit mehr als 700 auf Erbrecht, Erb­schaft­steu­er­recht und Schei­dungs­recht spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­wäl­te und Steu­er­be­ra­ter der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., www.dansef.de ver­wies.

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Mar­tin Weis­pfen­ning
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