(Stutt­gart) Nach einem soeben ver­öf­fent­lich­ten Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs steht der ein­kom­men­steu­er­li­che Ent­las­tungs­be­trag für Allein­er­zie­hen­de nur einem Eltern­teil zu, auch wenn sich das Kind in annä­hernd glei­chem Umfang wech­sel­wei­se bei sei­nen getrennt leben­den Eltern auf­hält.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent der Deut­schen Anwalts-, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. (DANSEF) mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf ein am 28.07.2010 ver­öf­fent­lich­tes Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 28. April 2010 — III R 79/08.

Allein ste­hen­de Steu­er­pflich­ti­ge, zu deren Haus­halt ein Kind gehört, kön­nen bei der Ein­kom­men­steu­er­ver­an­la­gung den sog. Ent­las­tungs­be­trag für Allein­er­zie­hen­de in Höhe von 1.308 € im Kalen­der­jahr von der Sum­me der Ein­künf­te abzie­hen (§ 24b des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes). Hält sich ein Kind in annä­hernd glei­chem Umfang in den Haus­hal­ten sei­ner getrennt leben­den Eltern auf, kann nach Auf­fas­sung der Finanz­ver­wal­tung nur der­je­ni­ge Eltern­teil den Ent­las­tungs­be­trag abzie­hen, dem das Kin­der­geld aus­ge­zahlt wird. Hat die­ser kei­ne oder nur gerin­ge Ein­künf­te, wür­de sich bei ihm der Ent­las­tungs­be­trag steu­er­lich nicht aus­wir­ken.

Der BFH ent­schied dage­gen nun, so Pas­sau, dass die allein­er­zie­hen­den Eltern — unter Umstän­den auch nach­träg­lich — ein­ver­nehm­lich bestim­men kön­nen, wer den Ent­las­tungs­be­trag gel­tend macht, es sei denn, ein Eltern­teil hat bei sei­ner Ein­kom­men­steu­er­fest­set­zung oder durch Vor­la­ge einer Lohn­steu­er­kar­te mit der Steu­er­klas­se II bei sei­nem Arbeit­ge­ber den Ent­las­tungs­be­trag bereits in Anspruch genom­men. Der Ent­las­tungs­be­trag kann daher unab­hän­gig davon, wem das Kin­der­geld aus­ge­zahlt wird, von dem­je­ni­gen Eltern­teil abge­zo­gen wer­den, für den sich die grö­ße­re Steu­er­erspar­nis ergibt. Nur wenn die Eltern sich nicht eini­gen kön­nen oder kei­ne Bestim­mung tref­fen, steht der Ent­las­tungs­be­trag dem­je­ni­gen Eltern­teil zu, der das Kin­der­geld erhält.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen oder steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf die DANSEF Deut­sche Anwalts-, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V — www.dansef.de – ver­wies.

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