(Stutt­gart) Die Aus­bil­dungs­ver­gü­tung ver­min­dert den Unter­halts­an­spruch des min­der­jäh­ri­gen Kin­des gegen den unter­halts­pflich­ti­gen Eltern­teil mit Beginn des Monats, in dem sie erst­mals aus­ge­zahlt wird.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Fami­li­en­recht Mar­tin Weis­pfen­ning, Vize­prä­si­dent und Geschäfts­füh­rer „Fami­li­en­recht” der Deut­schen Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Hamm vom 11.04.2013 zu sei­nem rechts­kräf­ti­gen Beschluss vom 23.01.2013 (3 UF 245/12).

Der Antrag­stel­ler aus Vre­den hat­te sich in einer Urkun­de des Jugend­am­tes ver­pflich­tet, sei­ner im Jah­re 1993 gebo­re­nen Toch­ter, der Antrags­geg­ne­rin, bis zur Voll­endung des 21. Lebens­jah­res monat­lich Unter­halt zu zah­len. Nach­dem sei­ne Toch­ter im August 2012 eine Leh­re zur Bank­kauf­frau begon­nen hat­te, hat­te der Antrag­stel­ler gemeint, ab dem 01.08.2012 kei­nen Unter­halt in Höhe von monat­lich ca. 450 € mehr zu schul­den, weil sei­ne Toch­ter eine den Unter­halts­an­spruch über­stei­gen­de Aus­bil­dungs­ver­gü­tung erhal­te.
Dem­ge­gen­über ver­trat die Antrags­geg­ne­rin die Ansicht, für August 2012 noch Unter­halt bean­spru­chen zu kön­nen, weil die Aus­bil­dungs­ver­gü­tung nach­schüs­sig zum Monats­en­de gezahlt wer­de und eine Zah­lungs­pflicht des Antrag­stel­lers erst zu die­sem Zeit­punkt ent­fal­len kön­ne.

Der 3. Senat für Fami­li­en­sa­chen des Ober­lan­des­ge­richts Hamm hat dem Vater Recht gege­ben, so Weis­pfen­ning.

Der Kin­des­un­ter­halts­an­spruch eines Min­der­jäh­ri­gen gegen den bar­zah­lungs­pflich­ti­gen Eltern­teil ent­fal­le ab dem Beginn des Monats, in des­sen Ver­lauf die ers­te (den Unter­halts­an­spruch über­stei­gen­de) Aus­bil­dungs­ver­gü­tung gezahlt wer­de. Das fol­ge aus § 1602 des Bür­ger­li­chen Gesetz­bu­ches und der Sys­te­ma­tik wei­te­rer unter­halts­recht­li­cher Vor­schrif­ten die­ses Geset­zes. Nach § 1602 BGB sei der Bedürf­tig­keit des Unter­halts­be­rech­tig­ten Rech­nung zu tra­gen. Des­we­gen sei ein fak­ti­sches Unver­mö­gen zur Deckung des eige­nen Lebens­be­darfs bis zur tat­säch­li­chen Zah­lung des ers­ten Ein­kom­mens zu berück­sich­ti­gen. Das bedeu­te aber nicht, dass die Aus­zah­lung der Ver­gü­tung wäh­rend eines Monats den Unter­halts­an­spruch für die­sen Monat noch in vol­ler Höhe unbe­rührt las­se. Abge­se­hen davon, dass der Bedarf des Kin­des dann dop­pelt gedeckt wer­de, sei zu beach­ten, dass Ein­kom­men nicht stich­tag­be­zo­gen, son­dern auf den jeweils maß­geb­li­chen Zeit­raum bezo­gen berück­sich­tigt wür­den. Des­we­gen sei die in einem Monat gezahl­te Ver­gü­tung für den gesam­ten Monat bedarfs­de­ckend anzu­rech­nen.

Weis­pfen­ning emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fäl­len Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. auch auf die bun­des­weit mehr als 700 auf Erbrecht, Erb­schaft­steu­er­recht und Schei­dungs­recht spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­wäl­te und Steu­er­be­ra­ter der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., www.dansef.de ver­wies.

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Mar­tin Weis­pfen­ning
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