BGH, Beschluss vom 20.02.2019, AZ XI ZB 130/16
Aus­ga­be 04/2019, her­aus­ge­ge­ben von BGH

a) Art. 48 Satz 1 EGBGB ermög­licht grund­sätz­lich nicht die Wahl eines im EU-Aus­land regis­trier­ten Namens, wenn die­ser rechts­wid­rig nicht nach deut­schem Namens­recht gebil­det wur­de, obwohl aus der kol­li­si­ons­recht­li­chen Sicht des aus­län­di­schen EU-Mit­glied­staa­tes deut­sche Sach­vor­schrif­ten zur Anwen­dung beru­fen waren (hier: Regis­trie­rung eines gemäß § 1617 BGB unzu­läs­si­gen Dop­pel­na­mens für ein in Frank­reich gebo­re­nes und woh­nen­des Kind, wel­ches eben­so wie sei­ne Eltern aus­schließ­lich die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit besitzt).
b) Die pri­mär­recht­li­che Ver­pflich­tung der Mit­glied­staa­ten der Euro­päi­schen Uni­on, zur Ver­mei­dung einer Beein­träch­ti­gung der Uni­ons­bür­ger­frei­zü­gig­keit gemäß Art. 21 AEUV den von einem sei­ner Staats­an­ge­hö­ri­gen bei einem Auf­ent­halt im Hoheits­ge­biet eines ande­ren Mit­glied­staats erwor­be­nen Namen so anzu­er­ken­nen, wie er dort bestimmt wur­de, schließt eine Nach­prü­fung der Recht­mä­ßig­keit des Namens­er­werbs im Ursprungs­staat durch die Behör­den des Aner­ken­nungs­staats nicht aus.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&Datum=Aktuell&Sort=12288&nr=94980&pos=17&anz=566