(Stutt­gart) Kos­ten für die Aus­ein­an­der­set­zung eines Nach­las­ses kön­nen bei zum Nach­lass gehö­ren­den ver­mie­te­ten Grund­stü­cken zu Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten füh­ren, die im Rah­men von Abset­zun­gen für Abnut­zung (AfA) abzieh­bar sind.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Erb- und Steu­er­recht sowie Han­dels- und Gesell­schafts­recht Dr. Nor­bert Gie­se­ler, Vize­prä­si­dent der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­ho­fes (BFH) vom 18.09.2013 zu sei­nem Urteil vom 9. Juli 2013 (IX R 43/11).

Die Klä­ge­rin und ihr Bru­der hat­ten von ihren Eltern meh­re­re Grund­stü­cke geerbt. Den Nach­lass teil­ten sie in der Wei­se auf, dass die Klä­ge­rin zwei mit Wohn­ge­bäu­den bebau­te, ver­mie­te­te Grund­stü­cke als Allein­ei­gen­tü­me­rin erhielt. Die Kos­ten hier­für (u.a. Notar- und Grund­buch­kos­ten) mach­te sie bei den Ein­künf­ten aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung gel­tend. Das Finanz­amt lehn­te dies ab, da Kos­ten, die mit einem unent­gelt­li­chen Erwerb (hier: Erb­fall) zusam­men­hin­gen gene­rell nicht abzieh­bar sei­en. Dies ent­sprach der lang­jäh­ri­gen, durch ein Schrei­ben des Bun­des­mi­nis­ters der Finan­zen gere­gel­ten Rechts­pra­xis. Das Finanz­ge­richt (FG) hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben.
Der BFH hat die Rechts­auf­fas­sung des FG bestä­tigt, so Dr. Gie­se­ler, und die gegen­tei­li­ge Rechts­an­sicht der Finanz­ver­wal­tung ver­wor­fen. Die Kos­ten für die Aus­ein­an­der­set­zung des Nach­las­ses dien­ten dem Erwerb des Allein­ei­gen­tums an dem Ver­mie­tungs­ob­jekt. Sie sei­en des­halb wie bei einem teil­ent­gelt­li­chen Erwerb in vol­ler Höhe als Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten abzieh­bar. Dass der unent­gelt­li­che Erwer­ber im Übri­gen die Anschaf­fungs- und Her­stel­lungs­kos­ten sei­nes Rechts­vor­gän­gers fort­schrei­ben muss (vgl. § 11d Abs. 1 Satz 1 ESt­DV) steht dem nicht ent­ge­gen, denn die Vor­schrift betrifft nur die Ver­hält­nis­se des Rechts­vor­gän­gers und schließt eige­ne Anschaf­fungs­kos­ten des Rechts­nach­fol­gers nicht aus.

Die Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten erhö­hen die Bemes­sungs­grund­la­ge für die AfA. AfA kann nur für abnutz­ba­re Wirt­schafts­gü­ter in Anspruch genom­men wer­den; bei den Ein­künf­ten aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung nur für das Gebäu­de, nicht aber für den antei­li­gen Wert des Grund­stücks. Der BFH hat die Sache des­halb an das FG zurück­ver­wie­sen, damit es die noch feh­len­den Fest­stel­lun­gen nach­holt.

Dr. Gie­se­ler emp­fahl, dies zu beach­ten sowie ggfs. recht­li­chen und steu­er­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. auch auf die bun­des­weit mehr als 700 auf Erbrecht, Erb­schaft­steu­er­recht und Schei­dungs­recht spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­wäl­te und Steu­er­be­ra­ter der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., www.dansef.de ver­wies.

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