(Nürn­berg) Eine Unter­halts­ver­ein­ba­rung kann sit­ten­wid­rig sein, wenn die Ehe­gat­ten damit auf der Ehe beru­hen­de Fami­li­en­las­ten zum Nach­teil des Sozi­al­leis­tungs­trä­gers regeln. Das kön­ne auch dann der Fall sein, wenn der Ehe­mann durch die Unter­halts­ab­re­de finan­zi­ell nicht mehr in der Lage ist, sei­ne eige­ne Exis­tenz zu sichern und des­halb ergän­zen­der Sozi­al­leis­tun­gen bedarf.

Dies, so der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Fami­li­en­recht Mar­tin Weisfpen­ning, Geschäfts­füh­rer der Deut­schen Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung  für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. (DANSEF) mit Sitz in Nürn­berg,  sei der Tenor eines soeben ver­öf­fent­lich­ten Urteils des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH AZ.: XII ZR 157/06). Es sei das ers­te höchst­rich­ter­li­che Urteil, in dem der BGH einen Ehe­ver­trag wegen über­höh­ter Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen des Ehe­man­nes für sit­ten­wid­rig und damit für nich­tig erklärt habe, wäh­rend der BGH in der Ver­gan­gen­heit nur über Ehe­ver­trä­ge ent­schie­den habe, in denen Ehe­frau­en sit­ten­wid­rig benach­tei­ligt wor­den sei­en, betont Weis­pfen­ning. Damit habe das Urteil auch erst­ma­lig eine „Signal­wir­kung“ in die ande­re Rich­tung.

In dem aus­ge­ur­teil­ten Fall hat­te sich ein Ehe­mann durch Ehe­ver­trag ver­pflich­tet, sei­ner geschie­de­nen Ehe­frau eine monat­li­che Leib­ren­te von rd. 650 € zu zah­len, sodass die­se unter Berück­sich­ti­gung des eige­nen Ein­kom­mens monat­lich einen Betrag von rd. 1.530 € zur Ver­fü­gung hat­te, wäh­rend ihm selbst nur noch rd. 810 € für den eige­nen Bedarf ver­blie­ben und er des­we­gen ergän­zend auf Sozi­al­hil­fe ange­wie­sen war. Eine der­ar­ti­ge Ver­trags­ge­stal­tung, so Weis­pfen­ning, habe der BGH nun für sit­ten­wid­rig und damit nich­tig gehal­ten, da in die­sem Fall die wirt­schaft­li­chen Risi­ken einer Schei­dung in unzu­läs­si­ger Wei­se auf den Sozi­al­leis­tungs­trä­ger ver­la­gert wür­den. Eine sol­che, sich zum Nach­teil Drit­ter aus­wir­ken­de, ver­trag­li­che Gestal­tung ver­sto­ße objek­tiv gegen die guten Sit­ten, sofern sie nicht auf Moti­ven beru­he, die dies zu recht­fer­ti­gen ver­mö­gen. Weis­pfen­ning erin­ner­te in die­sem Zusam­men­hang auch an ande­re BGH-Urtei­le, in denen das Gericht nicht aus­ge­wo­ge­ne Ehe­ver­trä­ge mit ein­sei­ti­ger Las­ten­ver­tei­lung zum Nach­teil eines Geschie­de­nen für sit­ten­wid­rig und damit für nich­tig erklärt hat­te und ermahn­te des­halb alle Ehe­gat­ten und Geschie­de­nen, von der­ar­ti­gen ein­sei­ti­gen Rege­lun­gen im eige­nen Inter­es­se Abstand zu neh­men.

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