(Stutt­gart)  Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat soeben ent­schie­den, dass der Mehr­be­darf, der Eltern für den Unter­halt eines aus­wär­tig zu Aus­bil­dungs­zwe­cken unter­ge­brach­ten voll­jäh­ri­gen Kin­des ent­steht, in aus­rei­chen­dem Maße steu­er­lich berück­sich­tigt wird.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent der Deut­schen Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. (DANSEF) mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf ein am 02.02.2011 ver­öf­fent­lich­tes Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 25. Novem­ber 2010 —  III R 111/07.

Ein Ehe­paar, des­sen Toch­ter aus­wärts an einer Uni­ver­si­tät stu­dier­te, mach­te in einem finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren gegen den Ein­kom­men­steu­er­be­scheid 2003 erfolg­los ver­fas­sungs­recht­li­che Beden­ken gel­tend gegen die Höhe des in § 33a Abs. 2 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) vor­ge­se­he­nen Frei­be­trags von 924 €, der den Son­der­be­darf für aus­wärts stu­die­ren­de Kin­der abgel­ten soll.

Nach Auf­fas­sung des BFH, so Pas­sau, darf der Aus­bil­dungs­frei­be­trag jedoch nicht iso­liert betrach­tet wer­den.

Viel­mehr sind bei Prü­fung einer aus­rei­chen­den steu­er­li­chen Ent­las­tung auch der Kin­der­frei­be­trag sowie der eben­so für Kin­der zu gewäh­ren­de Frei­be­trag für den Betreu­ungs- und Erzie­hungs- oder Aus­bil­dungs­be­darf nach § 32 Abs. 6 EStG ein­zu­be­zie­hen. Die Sum­me die­ser für ein Ehe­paar anzu­set­zen­den Frei­be­trä­ge belief sich im Jahr 2003 ein­schließ­lich des Aus­bil­dungs­frei­be­trags auf 6.732 €. Dies ist nach Ansicht des BFH aus­rei­chend, wie auch ein Ver­gleich mit den nach dem BAföG vor­ge­se­he­nen Sät­zen zeigt. Die BAföG-För­de­rung für einen aus­wärts stu­die­ren­den Stu­den­ten betrug im Jahr 2003 monat­lich 433 €, somit jähr­lich 5.592 €, und lag damit unter den steu­er­lich anzu­set­zen­den Beträ­gen. Die Rechts­la­ge ent­spricht nach Ansicht des BFH den Vor­ga­ben des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts, das in einem Beschluss vom 26. Janu­ar 1994 1 BvL 12/86 ent­schie­den hat­te, dass als Ver­gleichs­re­ge­lung, zu der die zur ver­fas­sungs­recht­li­chen Prü­fung gestell­ten steu­er­li­chen Höchst­be­trä­ge in Bezie­hung zu set­zen sind, auch die Sät­ze nach dem BAföG in Betracht kom­men.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf die DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung  für Erb- und Fami­li­en­recht e. V —  www.dansef.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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DANSEF Vize­prä­si­dent
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