Kon­takt

Erbrecht, Scheidung und Erbschaftsteuer
Deutsche Anwalts-, Notar- und Steuerberatervereinigung für Erb- und Familienrecht e.V.
Kronprinzstr. 14
70173 Stuttgart
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Bun­des­ge­richts­hof hängt Mess­lat­te beim Unter­halt bei Allein­er­zie­hen­den höher

 

(Stutt­gart) Der Bun­des­ge­richts­hof hat in einem soeben ver­öf­fent­lich­ten Urteil die Mess­lat­te für Allein­er­zie­hen­de höher gehängt, die vom Ex-Part­ner Unter­halt ver­lan­gen.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Fami­li­en­recht Mar­tin Weis­pfen­ning, Vize­prä­si­dent und Geschäfts­füh­rer „Fami­li­en­recht” der Deut­schen Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf das am 02. August 2011 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 15. Juni 2011 — XII ZR 94/09. 

In dem Fall hat­te die geschie­de­ne Mut­ter einer nun­mehr 12-jäh­ri­gen Toch­ter halb­tags gear­bei­tet und von ihrem geschie­de­nen Ehe­mann zusätz­lich 440 Euro Unter­halt im Monat erhal­ten. Auf­grund des geän­der­ten Schei­dungs­rechts zum 1. Janu­ar 2008 begehr­te der geschie­de­ne Ehe­mann den Weg­fall sei­ner Unter­halts­pflicht für die Zeit ab Febru­ar 2008. Das Amts­ge­richt hat­te die Kla­ge abge­wie­sen. Das Ober­lan­des­ge­richt hat­te die Beru­fung des Klä­gers zurück­ge­wie­sen, u. a. mit der Begrün­dung, dass die Auf­nah­me einer ganz­tä­gi­gen Beschäf­ti­gung zu einer nicht zumut­ba­ren Mehr­be­las­tung der Mut­ter füh­ren wür­de. 

Die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on des geschie­de­nen Ehe­man­nes hat­te jedoch nun vor dem BGH Erfolg, betont Weis­pfen­ning. Auf die Revi­si­on des Klä­gers wur­de die Ent­schei­dung Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf auf­ge­ho­ben und die Sache zur erneu­ten Ver­hand­lung und Ent­schei­dung zurück­ver­wie­sen.

Ein Alters­pha­sen­mo­dell, das bei der Fra­ge der Ver­län­ge­rung des Betreu­ungs­un­ter­halts aus kind­be­zo­ge­nen Grün­den allein oder wesent­lich auf das Alter des Kin­des, etwa bis zum ach­ten und zum zwölf­ten Lebens­jahr, abstel­le, wer­de den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen nicht gerecht. Das gel­te auch, wenn sol­che Alters­pha­sen nur als Regel­fall behan­delt wer­den, inner­halb des­sen die Umstän­de des Ein­zel­fal­les zu berück­sich­ti­gen sind, die Begrün­dung der Erwerbs­ob­lie­gen­heit des betreu­en­den Eltern­teils aber nicht auf „indi­vi­du­el­le Ein­zel­um­stän­de” gestützt sei­en.

Die­se „indi­vi­du­el­len” kind- oder eltern­be­zo­ge­nen Grün­de habe das Beru­fungs­ge­richt hier jedoch nicht fest­ge­stellt, son­dern sei „stur” nach dem Alters­pha­sen­mo­dell vor­ge­gan­gen. Denn indem das Ober­lan­des­ge­richt in sei­nem Urteil kei­ne durch­grei­fen­den indi­vi­du­el­len Ein­zel­um­stän­de anfüh­re, stel­le es letzt­lich über­wie­gend auf den allein am Alter des gemein­sa­men Kin­des ori­en­tier­ten Regel­fall ab. Dies wider­spre­che der gesetz­li­chen Neu­re­ge­lung. Zudem habe der Gesetz­ge­ber mit der Neu­re­ge­lung des § 1570 BGB dem unter­halts­be­rech­tig­ten Eltern­teil die Dar­le­gungs- und Beweis­last für die Vor­aus­set­zun­gen einer Ver­län­ge­rung des Betreu­ungs­un­ter­halts über die Dau­er von drei Jah­ren hin­aus auf­er­legt. Kind- und eltern­be­zo­ge­ne Umstän­de, die aus Grün­den der Bil­lig­keit zu einer Ver­län­ge­rung des Betreu­ungs­un­ter­halts über die Voll­endung des drit­ten Lebens­jah­res hin­aus füh­ren kön­nen, sei­en des­we­gen vom Unter­halts­be­rech­tig­ten dar­zu­le­gen und gege­be­nen­falls zu bewei­sen.

Weis­pfen­ning emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fäl­len Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. auch auf die bun­des­weit mehr als 700 auf Erbrecht, Erb­schaft­steu­er­recht und Schei­dungs­recht spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­wäl­te und Steu­er­be­ra­ter der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., www.dansef.de ver­wies.  

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Mar­tin Weis­pfen­ning
Rechtsanwalt/Fachanwalt für Fami­li­en­recht
DAN­SEF-Vize­prä­si­dent und Geschäfts­füh­rer „Fami­li­en­recht“
c/o Dr. Scholz & Weis­pfen­ning
Königstor­gra­ben 3
90402 Nürn­berg
Tel.: 0911 — 244 370
Fax: 0911 — 244 3799
Email: mweispfenning@scho-wei.de
www.scho-wei.de

 
 
 
 

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Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Fami­li­en­recht Mar­tin Weis­pfen­ning, Vize­prä­si­dent und Geschäfts­füh­rer „Fami­li­en­recht” der Deut­schen Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf das am 02. August 2011 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 15. Juni 2011 — XII ZR 94/09. 

In dem Fall hat­te die geschie­de­ne Mut­ter einer nun­mehr 12-jäh­ri­gen Toch­ter halb­tags gear­bei­tet und von ihrem geschie­de­nen Ehe­mann zusätz­lich 440 Euro Unter­halt im Monat erhal­ten. Auf­grund des geän­der­ten Schei­dungs­rechts zum 1. Janu­ar 2008 begehr­te der geschie­de­ne Ehe­mann den Weg­fall sei­ner Unter­halts­pflicht für die Zeit ab Febru­ar 2008. Das Amts­ge­richt hat­te die Kla­ge abge­wie­sen. Das Ober­lan­des­ge­richt hat­te die Beru­fung des Klä­gers zurück­ge­wie­sen, u. a. mit der Begrün­dung, dass die Auf­nah­me einer ganz­tä­gi­gen Beschäf­ti­gung zu einer nicht zumut­ba­ren Mehr­be­las­tung der Mut­ter füh­ren wür­de.

Die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on des geschie­de­nen Ehe­man­nes hat­te jedoch nun vor dem BGH Erfolg, betont Weis­pfen­ning. Auf die Revi­si­on des Klä­gers wur­de die Ent­schei­dung Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf auf­ge­ho­ben und die Sache zur erneu­ten Ver­hand­lung und Ent­schei­dung zurück­ver­wie­sen. 

Ein Alters­pha­sen­mo­dell, das bei der Fra­ge der Ver­län­ge­rung des Betreu­ungs­un­ter­halts aus kind­be­zo­ge­nen Grün­den allein oder wesent­lich auf das Alter des Kin­des, etwa bis zum ach­ten und zum zwölf­ten Lebens­jahr, abstel­le, wer­de den gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen nicht gerecht. Das gel­te auch, wenn sol­che Alters­pha­sen nur als Regel­fall behan­delt wer­den, inner­halb des­sen die Umstän­de des Ein­zel­fal­les zu berück­sich­ti­gen sind, die Begrün­dung der Erwerbs­ob­lie­gen­heit des betreu­en­den Eltern­teils aber nicht auf „indi­vi­du­el­le Ein­zel­um­stän­de” gestützt sei­en. 

Die­se „indi­vi­du­el­len” kind- oder eltern­be­zo­ge­nen Grün­de habe das Beru­fungs­ge­richt hier jedoch nicht fest­ge­stellt, son­dern sei „stur” nach dem Alters­pha­sen­mo­dell vor­ge­gan­gen. Denn indem das Ober­lan­des­ge­richt in sei­nem Urteil kei­ne durch­grei­fen­den indi­vi­du­el­len Ein­zel­um­stän­de anfüh­re, stel­le es letzt­lich über­wie­gend auf den allein am Alter des gemein­sa­men Kin­des ori­en­tier­ten Regel­fall ab. Dies wider­spre­che der gesetz­li­chen Neu­re­ge­lung. Zudem habe der Gesetz­ge­ber mit der Neu­re­ge­lung des § 1570 BGB dem unter­halts­be­rech­tig­ten Eltern­teil die Dar­le­gungs- und Beweis­last für die Vor­aus­set­zun­gen einer Ver­län­ge­rung des Betreu­ungs­un­ter­halts über die Dau­er von drei Jah­ren hin­aus auf­er­legt. Kind- und eltern­be­zo­ge­ne Umstän­de, die aus Grün­den der Bil­lig­keit zu einer Ver­län­ge­rung des Betreu­ungs­un­ter­halts über die Voll­endung des drit­ten Lebens­jah­res hin­aus füh­ren kön­nen, sei­en des­we­gen vom Unter­halts­be­rech­tig­ten dar­zu­le­gen und gege­be­nen­falls zu bewei­sen. 

Weis­pfen­ning emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fäl­len Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. auch auf die bun­des­weit mehr als 700 auf Erbrecht, Erb­schaft­steu­er­recht und Schei­dungs­recht spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­wäl­te und Steu­er­be­ra­ter der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., www.dansef.de ver­wies.

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