(Stutt­gart) Der Gesell­schaf­ter einer Per­so­nen­ge­sell­schaft kann sei­nen Gesell­schafts­an­teil steu­erneu­tral auf ein Kind über­tra­gen, obwohl er ein ihm allein gehö­ren­des und von der Gesell­schaft genutz­tes Grund­stück zeit­gleich und eben­falls steu­erneu­tral auf eine zwei­te Per­so­nen­ge­sell­schaft über­trägt. 

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent der Deut­schen Anwalts-, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. (DANSEF) mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 17.10.2012 zu sei­nem Urteil vom 2. August 2011 —  IV R 41/11.

Im ent­schie­de­nen Fall war der Vater allei­ni­ger Kom­man­di­tist einer Spe­di­ti­on in der Rechts­form einer GmbH & Co. KG gewe­sen und hat­te der KG das in sei­nem Eigen­tum ste­hen­de Betriebs­grund­stück ver­mie­tet. Im Okto­ber 2002 schenk­te der Vater sei­ner Toch­ter zunächst 80 % sei­ner Antei­le an der KG sowie die gesam­ten Antei­le an der GmbH. Anschlie­ßend grün­de­te der Vater eine zwei­te GmbH & Co. KG, auf die er dann im Dezem­ber 2002 das Betriebs­grund­stück über­trug. Zeit­gleich wur­den auch die rest­li­chen KG-Antei­le auf die Toch­ter über­tra­gen.

Nach Mei­nung des Vaters konn­ten alle Über­tra­gun­gen zum Buch­wert und damit steu­erneu­tral vor­ge­nom­men wer­den. Das Finanz­amt stimm­te dem nur in Bezug auf die Über­tra­gung des Grund­stücks zu. Wegen des­sen Aus­glie­de­rung sei­en aber alle stil­le Reser­ven im Gesamt­hands­ver­mö­gen der KG (hier ein Geschäfts­wert von 100.000 €) auf­ge­deckt wor­den.

Nach dem Ein­kom­men­steu­er­ge­setz fin­den alle hier vor­ge­nom­me­nen Über­tra­gun­gen für sich genom­men zum Buch­wert statt. Streit besteht nur über die Fra­ge, ob sich dar­an etwas ändert, wenn meh­re­re Über­tra­gun­gen in einem engen zeit­li­chen Zusam­men­hang vor­ge­nom­men wer­den. Die Finanz­ver­wal­tung hat in einer Ver­wal­tungs­an­wei­sung die Auf­fas­sung ver­tre­ten, die Aus­glie­de­rung von Wirt­schafts­gü­tern des sog. Son­der­be­triebs­ver­mö­gens (hier das Grund­stück) in ein ande­res Betriebs­ver­mö­gen bewir­ke, dass der Gesell­schafts­an­teil mit dem evtl. ver­blie­be­nen wei­te­ren Son­der­be­triebs­ver­mö­gen nicht mehr zum Buch­wert über­tra­gen wer­den kön­ne. Dem ist der BFH mit dem Urteil vom 2. August 2012 ent­ge­gen­ge­tre­ten, so Pas­sau, weil das Gesetz bei­de Buch­wert­über­tra­gun­gen gestat­te und kei­ner der bei­den Rege­lun­gen ein Vor­rang ein­ge­räumt wor­den sei.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen und/oder steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf die DANSEF Deut­sche Anwalts-, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung  für Erb- und Fami­li­en­recht e. V —  www.dansef.de — ver­wies.

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Jörg Pas­sau
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