(Stutt­gart) Kin­der, die im Wege künst­li­cher Befruch­tung im Aus­land gezeugt und von einer Leih­mut­ter aus­ge­tra­gen wur­den, sind nicht mit den „Bestell­el­tern” ver­wandt.

Mit die­ser Begrün­dung, so der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Fami­li­en­recht Mar­tin Weis­pfen­ning, Vize­prä­si­dent und Geschäfts­füh­rer „Fami­li­en­recht” der Deut­schen Anwalts-, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. (DANSEF) in Stutt­gart, hat das Ver­wal­tungs­ge­richt (VG) Ber­lin in einem Eil­ver­fah­ren den Fami­li­en­nach­zug zwei­er in Indi­en gebo­re­ner Kin­der nach Deutsch­land abge­lehnt (Beschluss vom 26.11.2009 — VG 11 L 396.09 V).

Die Zwil­lin­ge, deren bio­lo­gi­scher Vater ein Deut­scher sein soll, waren im Janu­ar 2008 von einer ver­hei­ra­te­ten indi­schen Leih­mut­ter gebo­ren wor­den. Deren eben­falls indi­scher Ehe­mann hat­te sei­ne nach dem maß­ge­ben­den indi­schen Recht ver­mu­te­te Vater­schaft nicht ange­foch­ten; eine Vater­schafts­an­er­ken­nung des Deut­schen ist bis­lang nicht erfolgt. Die deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit haben die Kin­der, die wei­ter in Indi­en leben, eben­falls nicht erlangt.

Die 11. Kam­mer des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin lehn­te eine vor­läu­fi­ge Ein­rei­se der Kin­der nun ab, betont Weis­pfen­ning.

Die Fra­ge der Abstam­mung der Kin­der rich­te sich nach dem allein maß­ge­ben­den indi­schen Recht. Die­ses sehe vor, dass die Abstam­mung von der Geburt abhän­ge. Die Ehe­lich­keit der Kin­der wer­de ver­mu­tet, wenn die­se — wie hier — wäh­rend der Ehe­zeit gebo­ren wür­den. Damit sei recht­lich der Ehe­mann der Gebä­ren­den der Vater der Kin­der. Folg­lich sei­en die Kin­der von Leih­müt­tern auch nach indi­schem Recht deren Kin­der und mit den Wunsch­el­tern nicht ver­wandt. Dar­an ände­re auch die Tat­sa­che nichts, dass der Wunsch­va­ter in einer indi­schen Geburts­ur­kun­de als Vater auf­ge­führt sei. Einer sol­chen Urkun­de sei in jedem Fall die Aner­ken­nung zu ver­wei­gern, weil sie mit den tra­gen­den Grund­sät­zen des deut­schen Rechts unver­ein­bar sei. In Deutsch­land sei eine Leih­mut­ter­schaft näm­lich sowohl nach dem Embryo­nen­schutz­ge­setz als auch nach dem Adop­ti­ons­ver­mitt­lungs­ge­setz straf­bar.

Gegen den Beschluss ist die Beschwer­de an das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg zuläs­sig.

Weis­pfen­ning mahn­te, dies zu beach­ten und sich in Zwei­fel­fäl­len umfas­send recht­lich bera­ten zu las­sen und ver­wies dazu u. a. auch auf die auf Fami­li­en­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­tin­nen und Anwäl­te in der DANSEF Deut­sche Anwalts-, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung  für Erb- und Fami­li­en­recht e. V —  www.dansef.de -

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Mar­tin Weis­pfen­ning
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