(Stutt­gart) Der Bun­des­fi­nanz­hof hat soeben die Vor­aus­set­zun­gen prä­zi­siert, unter denen eine nach Ein­tritt der Voll­jäh­rig­keit in den Haus­halt auf­ge­nom­me­ne geis­tig behin­der­te Per­son als Pfle­ge­kind ange­se­hen wer­den kann mit der Fol­ge, dass für sie ein Anspruch auf Kin­der­geld besteht.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent der Deut­schen Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. (DANSEF) mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 2.05.2012 zu sei­nem Urteil vom 9. Febru­ar 2012 —  III R 15/09.

Nach der gesetz­li­chen Defi­ni­ti­on sind Pfle­ge­kin­der Per­so­nen, mit denen der Steu­er­pflich­ti­ge u.a. durch ein fami­li­en­ähn­li­ches, auf län­ge­re Dau­er berech­ne­tes Band ver­bun­den ist. Das Finanz­ge­richt hat­te die­se Vor­aus­set­zung im Streit­fall bejaht und ins­be­son­de­re aus­ge­führt, es sei nicht erfor­der­lich, dass die betreu­te Per­son behin­de­rungs­be­dingt in ihrer geis­ti­gen Ent­wick­lung einem Kind gleich ste­he. Es genü­ge viel­mehr, dass sie nicht selb­stän­dig leben kön­ne und ohne die Auf­nah­me in die Fami­li­en­pfle­ge in einem Heim unter­ge­bracht wer­den müs­se.

Die­ser Ansicht ist der BFH nicht gefolgt, so Pas­sau.

Die betreu­te Per­son muss, um Pfle­ge­kind sein zu kön­nen, wie zur Fami­lie gehö­rend ange­se­hen und behan­delt wer­den. Dies setzt ein Aufsichts‑, Betreu­ungs- und Erzie­hungs­ver­hält­nis wie zwi­schen Eltern und ihren leib­li­chen Kin­dern vor­aus. Da die kör­per­li­che Ver­sor­gung und die Erzie­hung bei einem nicht behin­der­ten Voll­jäh­ri­gen in der Regel kei­ne ent­schei­den­de Rol­le mehr spielt, kann ein behin­der­ter Voll­jäh­ri­ger nur dann Pfle­ge­kind sein, wenn die Behin­de­rung so schwer ist, dass der geis­ti­ge Zustand des Behin­der­ten dem typi­schen Ent­wick­lungs­stand einer min­der­jäh­ri­gen Per­son ent­spricht. Aus wei­te­ren Umstän­den wie der Ein­bin­dung in die fami­liä­re Lebens­ge­stal­tung, dem Bestehen erzie­he­ri­scher Ein­wir­kungs­mög­lich­kei­ten und einer über län­ge­re Zeit bestehen­den und auf län­ge­re Zeit ange­leg­ten ide­el­len Bezie­hung muss auf eine Bin­dung wie zwi­schen Eltern und ihren leib­li­chen Kin­dern geschlos­sen wer­den kön­nen.

Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen und/oder steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf die DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung  für Erb- und Fami­li­en­recht e. V —  www.dansef.de — ver­wies.

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