(Stutt­gart) Die Durch­füh­rung eines Klä­rungs­ver­fah­rens nach § 1598 a BGB (gene­ti­sche Abstam­mungs­un­ter­su­chung) kann rechts­miss­bräuch­lich sein. Das kommt in Betracht, wenn eine auf Vater­schafts­an­fech­tung gerich­te­te Kla­ge auf Grund­la­ge eines Abstam­mungs­gut­ach­tens rechts­kräf­tig abge­wie­sen wor­den ist, wel­ches nach aner­kann­ten wis­sen­schaft­li­chen Grund­sät­zen erstat­tet wor­den ist und ein ein­deu­ti­ges Ergeb­nis hat.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Fami­li­en­recht Mar­tin Weis­pfen­ning, Geschäfts­füh­rer „Fami­li­en­recht” der Deut­schen Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. (DANSEF) in Stutt­gart unter Hin­weis auf einen Beschluss des  OLG Stutt­gart vom 10.08.2009, Az. 17 WF 181/09.

In dem Ver­fah­ren hat­te der Antrag­stel­ler sei­ne Vater­schaft zu dem Kind bereits 1998 form­ge­recht aner­kannt, erhob aber spä­ter eine auf Anfech­tung der Vater­schaft gerich­te­te Kla­ge. Durch Gut­ach­ten eines Sach­ver­stän­di­gen aus dem Jah­re 1999 war sodann fest­ge­stellt wor­den, sei­ne Vater­schaft bestehe zu 99,99994 %, sei dem­nach „prak­tisch erwie­sen.”  Auf­grund des Gut­ach­tens hat­te das sei­ner­zeit ange­ru­fe­ne Amts­ge­richt — Fami­li­en­ge­richt — Stutt­gart-Bad Cann­statt mit Urteil vom 25. Novem­ber 1999 die Anfech­tungs­kla­ge abge­wie­sen. Die­ses Urteil ist seit dem 31. Janu­ar 2000 rechts­kräf­tig.

Der Antrag­stel­ler ver­lang­te nun­mehr aber­mals die Klä­rung, so Weis­pfen­ning, und berief sich hier­für auf § 1598 a BGB. Danach kann u. a. der Vater zur Klä­rung der leib­li­chen Abstam­mung des Kin­des von Mut­ter rund Kind ver­lan­gen, dass die­se in eine gene­ti­sche Abstam­mungs­un­ter­su­chung ein­wil­li­gen und die Ent­nah­me einer für die Unter­su­chung geeig­ne­ten gene­ti­schen Pro­be dul­den. Auf Antrag eines Klä­rungs­be­rech­tig­ten hat das Fami­li­en­ge­richt eine nicht erteil­te Ein­wil­li­gung zu erset­zen und die Dul­dung einer Pro­be­ent­nah­me anzu­ord­nen.

Im Rah­men der hier­zu bean­trag­ten Pro­zess­kos­ten­hil­fe ver­nein­ten hier jedoch sowohl das Fami­li­en­ge­richt als auch das OLG Stutt­gart in der Beschwer­de­instanz hier den Anspruch, betont Weis­pfen­ning.

Es lie­ge bereits ein Abstam­mungs­gut­ach­ten vor, wel­ches wider­spruchs­frei und nach­voll­zieh­bar zustan­de kom­men sei. Nach Auf­fas­sung des Senats hät­te dem Antrag­stel­ler bereits aus die­sem Grun­de die Dar­le­gung oble­gen, nun­mehr auf der Ein­ho­lung eines Gut­ach­tens zu bestehen, das im Ver­gleich zu der frü­he­ren Begut­ach­tung unter Anwen­dung etwa über­le­ge­ner wis­sen­schaft­li­cher Metho­den erstat­tet wer­de. Dar­an feh­le es. Der Antrag­stel­ler stel­le auch nicht dar, die Ein­lei­tung des Klä­rungs­ver­fah­rens die­ne nach Maß­ga­be des § 185 FamFG einer spä­te­ren Wie­der­auf­nah­me des rechts­kräf­tig abge­schlos­se­nen Abstam­mungs­ver­fah­rens, was jeden­falls durch die Über­gangs­vor­schrift des Art. 229 § 17 EGBGB nicht von vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen wäre. Ver­fol­ge der Antrag­stel­ler trotz bereits längst vor­lie­gen­dem Abstam­mungs­gut­ach­ten die Klä­rung sei­ner Vater­schaft, ohne die­ses wei­ter zu begrün­den, so müs­se das in Anbe­tracht der Gesamt­um­stän­de jeden­falls als rechts­miss­bräuch­lich ange­se­hen wer­den.

Bei auf­kom­men­den Rechts­fra­gen dazu ver­wies Weis­pfen­ning u. a. auch auf die auf Fami­li­en­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­tin­nen und Anwäl­te in der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung  für Erb- und Fami­li­en­recht e. V —  www.dansef.de -

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Mar­tin Weis­pfen­ning
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