(Stutt­gart) Eine Fami­lie mit 10 schul­pflich­ti­gen Kin­dern kann vom Trä­ger der Grund­si­che­rung für Arbeits­su­chen­de (ARGE) kei­ne zusätz­li­che Bei­hil­fe für den Erwerb von Schul­bü­chern ver­lan­gen, wenn die ARGE für den Kauf ein Dar­le­hen anbie­tet.

Das , so der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Fami­li­en­recht Mar­tin Weis­pfen­ning, Vize­prä­si­dent und Geschäfts­füh­rer „Fami­li­en­recht” der Deut­schen Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. (DANSEF) in Stutt­gart, hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­len (LSG NRW) in einem am 21.10.2009 ver­öf­fent­lich­ten Urteil vom 27.08.2009, Az.:  7 AS 72/08, ent­schie­den und damit unter ande­rem dem Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz wider­spro­chen.

Geklagt hat­ten zwei Kin­der und die Mut­ter einer drei­zehn­köp­fi­gen Groß­fa­mi­lie aus Wil­le­ba­dessen im Kreis Höx­ter, die für jedes ihrer 10 schul­pflich­ti­gen Kin­der im Jahr 40 € Lern­mit­tel­bei­trag zah­len soll­te. Außer der Erwerbs­min­de­rungs­ren­te des Vaters und dem Kin­der­geld erhielt die Fami­lie monat­lich eine Regel­leis­tung von 1339,99 €. Die beklag­te Arge hat­te sich mehr­fach bereit erklärt, der Fami­lie ein rück­zahl­ba­res Dar­le­hen mit nied­ri­ge­rer Til­gung von monat­lich 50 € zu gewäh­ren. Die Klä­ger beharr­ten aber auf einer nicht rück­zahl­ba­ren Bei­hil­fe.

Die­sen Anspruch auf zusätz­li­che Bei­hil­fe zum Schul­buch­kauf hat das LSG NRW wie vor ihm das Sozi­al­ge­richt Det­mold ver­neint, betont Weis­pfen­ning.

Eine Erhö­hung der vom Sozi­al­ge­setz­buch II fest­ge­leg­ten Regel­leis­tung sehe das Gesetz nicht vor. Geld für zusätz­li­chen Bedarf („Mehr­be­darf”) erken­ne das Gesetz nur in abschlie­ßend auf­ge­führ­ten Fall­ge­stal­tun­gen an, zu denen der Schul­buch­kauf nicht gehö­re.

Eben­so wenig sahen die Esse­ner Rich­ter den bei­gela­de­nen Kreis Höx­ter als Trä­ger der Sozi­al­hil­fe in der Pflicht. Bei den Klä­gern bestehe kei­ne so genann­te aty­pi­sche Bedarfs­la­ge, in der die Grund­rech­te aus­nahms­wei­se eine Son­der­zah­lung erzwin­gen kön­nen. Die Rege­lun­gen über die Grund­si­che­rung für Arbeits­lo­se trü­gen dem Bedarf der Klä­ger hin­rei­chend Rech­nung, zumal die ARGE ihnen ein Dar­le­hen mit nied­ri­ger Til­gung ange­bo­ten habe. Das grund­recht­lich geschütz­te Recht der Klä­ger auf Teil­ha­be an Bil­dung sei zu kei­nem Zeit­punkt gefähr­det gewe­sen, weil die Schu­le ihnen die Schul­bü­cher recht­zei­tig zu Beginn des Schul­jahrs aus­ge­hän­digt habe und nur die Bezah­lung umstrit­ten war. Inzwi­schen habe der Gesetz­ge­ber zudem das SGB II geän­dert und gewäh­re Schü­lern jähr­lich zusätz­li­che Leis­tun­gen.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig.

Bei auf­kom­men­den Rechts­fra­gen dazu ver­wies er u. a. auch auf die auf Fami­li­en­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­tin­nen und Anwäl­te in der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung  für Erb- und Fami­li­en­recht e. V —  www.dansef.de —

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Mar­tin Weis­pfen­ning
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