(Stutt­gart) Es ist nicht ver­fas­sungs­wid­rig, dass zusam­men­le­ben­de Eltern nur dann für 14 Mona­te Eltern­geld erhal­ten kön­nen, wenn jeder der bei­den Eltern­teile min­des­tens zwei Mona­te lang Eltern­geld bezieht (Part­ner­mo­na­te).

Das, so der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Fami­li­en­recht Mar­tin Weis­pfen­ning, Vize­prä­si­dent und Geschäfts­füh­rer „Fami­li­en­recht” der Deut­schen Anwalts-, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. (DANSEF) in Stutt­gart, hat jetzt das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­len (LSG NRW) in einem am 06.11.2009 ver­öf­fent­lich­ten Beschluss vom 12.10.2009, Az. L 13 EG 27/09, im Fall einer ver­hei­ra­te­ten Mut­ter aus Müns­ter ent­schie­den.

Die­se hat­te ihre Benach­tei­li­gung gegen­über Alleiner­ziehenden gerügt, weil sie ohne Part­ner­mo­na­te ihres Ehe­manns nur 12 Mona­te Eltern­geld, Allein­er­zie­hen­de dage­gen 14 Mona­te Eltern­geld bezie­hen kön­ne. Die Esse­ner Rich­ter folg­ten der Argu­men­ta­ti­on der Klä­ge­rin nicht: Das ver­fas­sungs­recht­li­che Gleich­be­hand­lungs­ge­bot habe den Gesetz­ge­ber viel­mehr sogar ver­pflich­tet, allein Erzie­hen­de nicht schlech­ter zu behan­deln als zusam­men leben­de Eltern und ihnen des­halb genau­so lan­ge Eltern­geld zu gewäh­ren wie den Eltern.

Die von der Klä­ge­rin gerüg­te ver­fas­sungs­wid­ri­ge Benach­tei­li­gung ver­hei­ra­te­ter Paa­re gegen­über so genann­ten „Patch­work­fa­mi­li­en” ver­mochte das LSG eben­so wenig zu erken­nen, so Weis­pfen­ning.

Der Gesetz­ge­ber brau­che nicht alle denk­ba­ren viel­fäl­ti­gen Fall­kon­stel­la­tio­nen zu regeln, die der Sam­mel­be­griff „Patch­work­fa­mi­lie” bezeich­ne. Er habe sich viel­mehr auf die erkenn­bar häu­figs­ten und typi­schen Kon­stel­la­tio­nen beschrän­ken dür­fen. Die Klä­ge­rin hat­te bean­stan­det, in Patch­work­fa­mi­li­en könn­ten Müt­ter 14 Mona­te Eltern­geld bezie­hen, obwohl sie mit einem neu­en Part­ner zusam­men leb­ten.

Auch den von der Klä­ge­rin behaupte­ten Ver­stoß gegen Art. 6 Abs. 1 Grund­ge­setz (Schutz von Ehe und Fami­lie) durch die Part­ner­mo­na­te ver­nein­ten die Esse­ner Rich­ter. Der nur durch die Part­ner­mo­na­te mög­li­che Bezug von Eltern­geld für zwei zusätz­li­che Mona­te zwin­ge zusam­men­le­ben­de Eltern nicht zu einer bestimm­ten Aus­ge­stal­tung des Fami­li­en­le­bens. Die Rege­lung mache Fami­li­en ledig­lich ein Ange­bot, das sie anneh­men oder aus­schla­gen könn­ten. Ein ver­fas­sungs­wid­ri­ger Ein­griff in die allein von den Eltern zu bestim­men­de Gestal­tung des Fami­li­en­le­bens lie­ge dar­in nicht.

Nach dem Bun­des­el­tern­geld­ge­setz ‑ § 4 — haben zusam­men leben­de Eltern ins­ge­samt nur einen Anspruch auf 12 Mona­te Eltern­geld. Zwei wei­te­re Mona­te kön­nen sie nur dann bean­spru­chen, wenn jeder der bei­den Eltern­tei­le min­des­tens zwei Mona­te lang Eltern­geld bezieht und sich bei den Eltern für zwei Elterngeldbezugs­monate Erwerbs­ein­kom­men ver­mindert.

Der Beschluss ist noch nicht rechts­kräf­tig.

Weis­pfen­ning mahn­te, dies zu beach­ten und sich in Zwei­fel­fäl­len umfas­send recht­lich bera­ten zu las­sen und ver­wies dazu u. a. auch auf die auf Fami­li­en­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­tin­nen und Anwäl­te in der DANSEF Deut­sche Anwalts-, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung  für Erb- und Fami­li­en­recht e. V —  www.dansef.de —

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Mar­tin Weis­pfen­ning
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