(Stutt­gart) Schreibt ein Erb­las­ser in sei­nem Tes­ta­ment unter­halb sei­ner Unter­schrift noch eine nach­träg­li­che Ver­fü­gung, so ist die­se unwirk­sam, wenn sie ledig­lich mit “D.O.” unter­zeich­net ist und es sich dabei nicht um die Initia­len des Erb­las­sers han­delt.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Erbrecht Micha­el Henn, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied der Deut­schen Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. (DANSEF) mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Cel­le vom 29.09.2011 zu sei­nem Urteil vom 22. Sep­tem­ber 2011 — Az.: 6 U 117/10.

Die Erb­las­se­rin ver­fass­te und unter­schrieb vor ihrem Tode eigen­hän­dig ein Tes­ta­ment, in wel­chem sie den Beklag­ten als Ver­mächt­nis­neh­mer ihres “Haus­stands” ein­setz­te. Unter­halb der Unter­schrift füg­te sie einen wei­te­ren Satz hin­zu, wor­in sie dem Beklag­ten “mein Kon­to” zukom­men ließ. Dar­un­ter setz­te sie hand­schrift­lich die Abkür­zung “D.O.”

Der Cel­ler OLG-Senat hält die­se wei­te­re Ver­fü­gung bereits wegen eines Form­feh­lers für nich­tig, so Henn.

Nach dem Bür­ger­li­chen Gesetz­buch muss eine letzt­wil­li­ge Ver­fü­gung eigen­hän­dig geschrie­ben und unter­schrie­ben sein. Die Unter­schrift soll den Vor- und Nach­na­men des Erb­las­sers ent­hal­ten. Eine Unter­schrift in ande­rer Wei­se reicht aus, wenn an der Urhe­ber­schaft und Ernst­lich­keit kei­ne Zwei­fel bestehen. Die­se Vor­aus­set­zun­gen sieht der Senat in der Abkür­zung “D.O.” nicht erfüllt. Hier­nach bie­te “D.O.” auch dann kei­nen Hin­weis auf die Urhe­ber­schaft der Erb­las­se­rin, selbst wenn man dar­in eine Abkür­zung für “Die Oben­ge­nann­te” ver­ste­hen könn­te. Eine sol­che Bezug­nah­me erlau­be für sich genom­men jedoch nicht die Iden­ti­fi­ka­ti­on der Erb­las­se­rin.

Dar­über hin­aus ist die Ver­fü­gung “mein Kon­to” nach Ansicht des Senats auch zu unbe­stimmt, weil sie nicht erken­nen las­se, wel­ches der ins­ge­samt zwei Kon­ten, die der Erb­las­se­rin gehör­ten, gemeint sei.

Henn riet, das zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len recht­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. auch auf die Anwälte/ — innen in der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., — www.dansef.de — ver­wies.

 

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