(Stutt­gart) Eltern kann im Wege der einst­wei­li­gen Anord­nung das Auf­ent­halts­be­stim­mungs­recht und das Recht zur Gesund­heits­für­sor­ge für eine Fünf­zehn­jäh­ri­ge zu ent­zie­hen sein, damit die ver­hal­tens­auf­fäl­li­ge Jugend­li­che im Kin­des­schutz­ver­fah­ren ord­nungs­ge­mäß begut­ach­tet wer­den kann.

Dar­auf ver­weist der Wil­helms­ha­ve­ner Fach­an­walt für Fami­li­en­recht Cas­par Blu­men­berg, Vize­prä­si­dent der Deut­schen Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die ent­spre­chen­de Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Hamm vom 16.10.2013 zu sei­nem rechts­kräf­ti­gen Beschluss vom 31.07.2013 (8 UF 17/13).

Die Fünf­zehn­jäh­ri­ge wohnt mit ihren Eltern im Kreis Coes­feld. Nach­dem sie im Jah­re 2012 durch häu­fi­ge Fehl­zei­ten in der Schu­le auf­ge­fal­len war und ihre Eltern weder auf Schrei­ben der Schu­le noch auf Ein­la­dun­gen zu einer Schul­un­fä­hig­keits­un­ter­su­chung reagiert hat­ten, reg­te das zustän­di­ge Jugend­amt ein Kin­des­schutz­ver­fah­ren an. Im Ein­ver­neh­men mit ihren Eltern wur­de die Jugend­li­che zunächst in einer Kin­der- und Jugend­kli­nik sta­tio­när behan­delt. Dabei zeig­te sie ein behand­lungs­be­dürf­ti­ges Selbst­bild und gestör­te per­sön­li­che Ver­ar­bei­tungs­me­cha­nis­men. Nach zwei Mona­ten bra­chen die Eltern die Behand­lung ent­ge­gen der ärzt­li­chen Emp­feh­lung ab und hol­ten ihre Toch­ter nach Hau­se, ohne in der Fol­ge­zeit Kon­takt zum Jugend­amt zu hal­ten. Das Fami­li­en­ge­richt hat den Eltern sodann — vor­läu­fig — im Wege der einst­wei­li­gen Anord­nung das Auf­ent­halts­be­stim­mungs­recht und das Recht zur Gesund­heits­für­sor­ge ent­zo­gen, um eine Begut­ach­tung der Jugend­li­chen im anhän­gi­gen fami­li­en­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren zu ermög­li­chen.

Die gegen die fami­li­en­ge­richt­li­che Ent­schei­dung gerich­te­te sofor­ti­ge Beschwer­de der Eltern hat der 8. Senat für Fami­li­en­sa­chen zurück­ge­wie­sen, so Blu­men­berg.

Das Kin­des­wohl der Toch­ter sei gefähr­det. Das erge­be sich aus dem Umstand, dass die Jugend­li­che in erheb­li­chem Umfang in der Schu­le gefehlt habe, die Eltern dem nicht abge­hol­fen hät­ten und gewich­ti­ge Anhalts­punk­te für mas­si­ve psy­cho­so­zia­le Schwie­rig­kei­ten der Jugend­li­chen und inner­fa­mi­liä­re Kon­flik­te vor­lä­gen. Die vom Fami­li­en­ge­richt im Kin­des­schutz­ver­fah­ren für erfor­der­lich erach­te­te Begut­ach­tung der Jugend­li­chen hal­te auch der Senat für drin­gend gebo­ten. Um die hier­für not­wen­di­gen Maß­nah­men und Unter­su­chun­gen sicher­zu­stel­len, ggfls. sogar die Her­aus­nah­me der Jugend­li­chen aus der Fami­lie und ihre Fremd­un­ter­brin­gung, sei die getrof­fe­ne Anord­nung erfor­der­lich, nach­dem sich die Eltern in der Ver­gan­gen­heit wenig ein­sich­tig und nicht koope­ra­tiv gezeigt hät­ten. Sie trach­te­ten offen­bar danach, das Kin­des­schutz­ver­fah­ren zu unter­lau­fen.

Blu­men­berg emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fäl­len Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. auch auf die bun­des­weit mehr als 700 auf Erbrecht, Erb­schaft­steu­er­recht und Schei­dungs­recht spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­wäl­te und Steu­er­be­ra­ter der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., www.dansef.de ver­wies.

 

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