(Stutt­gart) Der Bedarf eines voll­jäh­ri­gen Kin­des ver­rin­gert sich nicht dadurch, dass das Kind kos­ten­frei im Haus­halt sei­ner Groß­mutter lebt.

Das, so der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Fami­li­en­recht Mar­tin Weis­pfen­ning, Vize­prä­si­dent und Geschäfts­füh­rer „Fami­li­en­recht” der Deut­schen Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die ent­spre­chen­de Mit­tei­lung des Gerichts vom 2.07.2013 hat der 2. Senat für Fami­li­en­sa­chen des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Hamm mit Beschluss vom 29.05.2013 (Az. 2 WF 98/13) ent­schie­den und dem Kind Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe für den gegen den Vater gericht­lich zu ver­fol­gen­den Unter­halts­an­spruch gewährt.

Der im Jah­re 1994 gebo­re­ne Antrag­stel­ler aus Marl ver­langt von sei­nem Vater, einem im Jah­re 1969 gebo­re­nen Berg­mann aus Marl, ab Errei­chen der Voll­jäh­rig­keit Kin­des­un­ter­halt in Höhe von über 450 € monat­lich. Er besucht die höhe­re Han­dels­schu­le, bis­lang ohne Bafög-Leis­tun­gen zu emp­fan­gen. Dabei lebt er kos­ten­frei im Haus­halt sei­ner nicht leis­tungs­fä­hi­gen Groß­mutter, deren Ehe­mann ihn unter­stützt. Mit dem Ehe­mann der Groß­mutter ist der Antrag­stel­ler nicht ver­wandt.

Das Amts­ge­richt hat dem Antrag­stel­ler Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe ver­sagt. Er habe kei­nen eigen­stän­di­gen Haus­halt. Sei­ne Lebens­si­tua­ti­on sei mit der­je­ni­gen eines voll­jäh­ri­gen Kin­des ver­gleich­bar, das bei einem Eltern­teil lebe. Des­we­gen sei­en die durch das Zusam­men­le­ben mit der Groß­mutter und deren Ehe­mann erspar­ten Auf­wen­dun­gen anzu­rech­nen.

Der 2. Senat für Fami­li­en­sa­chen des Ober­lan­des­ge­richts Hamm hat dem­ge­gen­über dem Antrag­stel­ler Recht gege­ben, so Weis­pfen­ning.

Nach der ein­schlä­gi­gen Rege­lung der Ham­mer Leit­li­ni­en habe er einen monat­li­chen Bedarf von 670 €. Sei­ne Lebens­si­tua­ti­on ent­spre­che der­je­ni­gen eines Kin­des mit eige­nem Haus­stand. Der Umstand, dass der Antrag­stel­ler bei sei­ner Groß­mutter und deren Ehe­mann lebe und kei­ne Zah­lun­gen für Ver­pfle­gung und Woh­nen erbrin­ge, recht­fer­ti­ge kei­ne ande­re Beur­tei­lung. Eine Unter­halts­pflicht der — ohne­hin leis­tungs­un­fä­hi­gen — Groß­mutter bestehe jeden­falls im Umfang der Leis­tungs­fä­hig­keit der Kin­des­el­tern nicht. Die Gewäh­rung von Ver­pfle­gung und Unter­kunft durch die Groß­mutter und ihren Ehe­mann stel­le sich daher als frei­wil­li­ge Leis­tung Drit­ter dar, die kei­nen Ein­fluss auf den Bedarf des Antrag­stel­lers habe. Für die­sen Bedarf abzüg­lich des bereits an den Antrag­stel­ler gezahl­ten Kin­der­gel­des habe der nach sei­nem Ein­kom­men leis­tungs­fä­hi­ge Antrags­geg­ner auf­zu­kom­men.

Weis­pfen­ning emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fäl­len Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. auch auf die bun­des­weit mehr als 700 auf Erbrecht, Erb­schaft­steu­er­recht und Schei­dungs­recht spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­wäl­te und Steu­er­be­ra­ter der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., www.dansef.de ver­wies.

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Mar­tin Weis­pfen­ning
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