BFH, Beschluss vom 05.02.2020, AZ II R 17/16

Aus­ga­be: 07–2020Erb­schafts­steu­er­recht

Gel­tend­ma­chung eines Pflicht­teils­an­spruchs nach dem Tod des Pflicht­teils­ver­pflich­te­ten

1. Im Erb­schaft­steu­er­recht gel­ten die infol­ge des Erb­an­falls durch Ver­ei­ni­gung von Recht und Ver­bind­lich­keit oder von Recht und Belas­tung zivil­recht­lich erlo­sche­nen Rechts­ver­hält­nis­se gemäß § 10 Abs. 3 ErbStG als nicht erlo­schen. Die­se Fik­ti­on umfasst auch das Recht des Pflicht­teils­be­rech­tig­ten, der Allein­er­be des Pflicht­teils­ver­pflich­te­ten ist, die Gel­tend­ma­chung des Pflicht­teils fik­tiv nach­zu­ho­len.
2. Die Fik­ti­on des § 10 Abs. 3 ErbStG reicht jedoch nicht so weit, dass der zivil­recht­lich auf­grund Kon­fu­si­on erlo­sche­ne Pflicht­teils­an­spruch auch dann noch gel­tend gemacht wer­den kann, wenn er im Zeit­punkt der Gel­tend­ma­chung zivil­recht­lich ver­jährt war.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/…