BGH, Beschluss vom 15.05.2019, AZ XII ZB 357/18
Aus­ga­be 06–2019, her­aus­ge­ge­ben von BGH

a) Wenn der Anspruch aus § 1615 l Abs. 2 Satz 2 BGB mit einem gleich­ran­gi­gen ehe­li­chen Unter­halts­an­spruch kon­kur­riert und ers­te­rer bereits vor Rechts­kraft der Schei­dung bestan­den hat, ist der zum Zeit­punkt des Todes­ein­tritts des Unter­halts­pflich­ti­gen bestehen­de Bedarf des Unter­halts­be­rech­tig­ten fik­tiv fort­zu­schrei­ben.
b) Den Erben bleibt es unbe­nom­men, sich die Beschrän­kung ihrer Haf­tung auf den Nach­lass vor­zu­be­hal­ten (im Anschluss an BGH Urteil vom 17. Febru­ar 2017 — V ZR 147/16 ‑Fam­RZ 2017, 1317).
c) Für den Bedarf und die Bedürf­tig­keit des nach § 1615 l Abs. 2 Satz 2 BGB Unter­halts­be­rech­tig­ten ist auch bei Anwen­dung des Halb­tei­lungs­grund­sat­zes grund­sätz­lich allein auf das Erwerbs­ein­kom­men abzu­stel­len, das der betreu­en­de Eltern­teil infol­ge der Betreu­ung nicht mehr (in vol­ler Höhe) erzie­len kann (im Anschluss an Senats­ur­teil vom 15. Dezem­ber 2004 — XII ZR 121/03 ‑Fam­RZ 2005, 442).

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