BGH, Beschluss vom 27.11.2019, AZ XII ZB 311/19

Aus­ga­be: 12–2019Fami­li­en­recht

a) Die Vor­schrift des §99 Abs.1 FamFG regelt die inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit auch für die Voll­stre­ckung von Ent­schei­dun­gen über das Umgangs-recht, wenn sich nicht aus Rege­lun­gen in völ­ker­recht­li­chen Ver­ein­ba­run­gen, soweit sie unmit­tel­bar anwend­ba­res inner­staat­li­ches Recht gewor­den sind, oder Rechts­ak­ten der Euro­päi­schen Gemein­schaft ande­res ergibt (im Anschluss an Senats­be­schluss vom 30.September 2015 ‑XIIZB635/14 ‑Fam­RZ 2015, 2147).
b) Der Brüs­sel IIa-Ver­ord­nung las­sen sich vor­ran­gi­ge Bestim­mun­gen über die inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit für die Voll­stre­ckung eines deut­schen Umgangs­ti­tels nicht ent­neh­men.
c) Eine inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit der deut­schen Gerich­te für die Fest­set­zung eines Ord­nungs­gelds zur Durch­set­zung eines deut­schen Umgangs­ti­tels ist daher auch dann gege­ben, wenn das Kind sei­nen gewöhn­li­chen Auf­ent­halts­ort in einem ande­ren Mit­glied­staat hat.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&Datum=Aktuell&Sort=12288&Seite=1&nr=102338&pos=53&anz=527