Bran­den­bur­gi­sches OLG, Beschluss vom 27.01.2020, AZ 13 WF 244/19

Aus­ga­be: 06–2020Fami­li­en­recht

Schei­dungs­ak­zes­so­ri­scher Sta­tus­wech­sel: Aus­set­zung des Abstam­mungs­ver­fah­ren

1. Zur Vor­greif­lich­keit eines rechts­kräf­ti­gen pol­ni­schen Schei­dungs­aus­spruchs für eine Vater­schafts­an­er­ken­nung nach § 1599 Abs. 2 BGB
2. Beim Vor­lie­gen der Vor­aus­set­zun­gen des § 1599 Abs. 2 BGB tre­ten des­sen Wir­kun­gen ex tunc ein, d. h sie wir­ken auf den Zeit­punkt der Geburt des Kin­des zurück und ent­fal­ten Wir­kung für und gegen alle. Die — aller­dings erst dann ein­tre­ten­den — inhalt­li­chen Wir­kun­gen (Erbrecht, elter­li­che Sor­ge, Unter­halt etc.) glei­chen denen einer erfolg­rei­chen Vater­schafts­an­fech­tung (vgl. BeckOGK/Reuß, 1.11.2019, BGB § 1599 Rn. 180).
3. Vor Wirk­sam­wer­den des Sta­tus­wech­sels nach § 1599 Abs. 2 BGB gilt die Sperr­wir­kung des Abs. 1 die­ser Bestim­mung und die des § 1600d Abs. 5 BGB (vgl. BeckOGK/Reuß, 1.11.2019, BGB § 1599 Rn. 180), wonach eine gegen den ehe­li­chen Vater gerich­te­te Anfech­tung durch einen Drit­ten nicht in Betracht kommt.
4. Das Feh­len einer form­wirk­sa­men Zustim­mung des Ehe­manns der Mut­ter zum Aner­kennt­nis eines Drit­ten kann auch noch in einem wie­der­auf­ge­nom­me­nen Ver­fah­ren unter den Vor­aus­set­zun­gen des § 180 S 2 FamFG beho­ben wer­den (vgl. BGH FamRZ 2013, 944 Rn. 18).

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