OLG Braun­schweig, Beschluss vom 20.04.2020, AZ 3 W 37/20

Aus­ga­be: 05–2020Erbrecht

Nach­lass­pfleg­schaft: Kei­ne gene­rel­le Pflicht zur Umschich­tung von nicht mün­del­si­che­ren Kapi­tal­an­la­gen (hier: Akti­en)

1. Im Rah­men einer Nach­lass­pfleg­schaft gibt es auch für Akti­en-ver­mö­gen kei­ne gene­rel­le Pflicht zur Umschich­tung in eine mün­del­si­che­re Anla­ge. Der Nach­lass­pfle­ger hat viel­mehr im Ein­zel­fall unter Wür­di­gung aller Ver­mö­gens­po­si­tio­nen im Rah­men pflicht-gemä­ßen Ermes­sens zu ent­schei­den, inwie­weit im Hin­blick auf die nach Kapi­tal­an­la­ge­kri­te­ri­en zu ermit­teln­den Risi­ken eine Fort-füh­rung des Akti­en­in­vest­ments ver­tret­bar erscheint (im An-schluss an OLG Düs­sel­dorf, Beschluss vom 21.02.2019 — I‑3 Wx 8/19 -; OLG Hamm, Beschluss vom 07.04.2017 — 15 W 136/17).
2. Auch die durch die Coro­na-Kri­se ver­ur­sach­ten Ver­wer­fun­gen auf dem Kapi­tal­markt dürf­ten kei­nen Anlass geben, ein Akti­en­de­pot ins­ge­samt auf­zu­lö­sen. Inwie­weit es gebo­ten sein könn­te, Tei­le des Depots zu ver­kau­fen oder umzu­schich­ten, dürf­te nur — ggf. mit Hil­fe fach­kun­di­ger Bera­tung — für jede Akti­en­po­si­ti­on geson­dert ent­schie­den wer­den kön­nen.

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