OLG Hamm, Beschluss vom 04.07.2019, AZ 4 UF 21/19
Aus­ga­be 09–2019, her­aus­ge­ge­ben von OLG Hamm

1. Da Spe­sen oft dem ent­stan­de­nen Auf­wand ent­spre­chen, kann regel­mä­ßig von ihrer Bewer­tung nach steu­er­recht­li­chen Grund­sät­zen aus­ge­gan­gen wer­den. Des­halb wird bei steu­er­frei­en Spe­sen ver­mu­tet, dass nur ein tat­säch­lich ent­stan­de­ner Auf­wand abge­deckt wur­de, In die­sen Fäl­len kann allen­falls eine häus­li­che Erspar­nis berück­sich­tigt wer­den, die in den Leit­li­ni­en der Ober­lan­des­ge­rich­te (Ziff. 1.4) regel­mä­ßig mit 1/3 geschätzt wird. Ist auch eine häus­li­che Erspar­nis aus­ge­schlos­sen (z.B. beim Kilo­me­ter­geld), schei­det eine Zurech­nung die­ser Ent­gel­te voll­stän­dig aus (Wendt/Dose, Unter­halts­recht, 9. Aufl. 2015, § 1 Rn. 82).
2. Der Kin­der­zu­schlag ist ent­spre­chend der sozi­al­recht­li­chen Rege­lung in § 11 Abs. 1 S. 5 SGB II als Ein­kom­men des Kin­des anzu­se­hen.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: https://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/hamm/j2019/4_UF_21_19_Beschluss_20190704.html