1. Auch wenn die ehe­ver­trag­li­chen Ein­zel­re­ge­lun­gen zu einem weit­ge­hen­den Aus­schluss des nach­ehe­li­chen Unter­halts (bis auf den Betreu­ungs­un­ter­halt) sowie zu einem Aus­schluss des Ver­sor­gungs­aus­gleichs und des Zuge­winn­aus­gleichs für sich genom­men den Vor­wurf der Sit­ten­wid­rig­keit noch nicht zu recht­fer­ti­gen ver­mö­gen, kann das objek­ti­ve Zusam­men­wir­ken aller in dem Ver­trag ent­hal­te­nen Rege­lun­gen erkenn­bar auf die ein­sei­ti­ge Benach­tei­li­gung eines der Ehe­gat­ten abzie­len und damit zur objek­ti­ven Sit­ten­wid­rig­keit füh­ren (im Anschluss an den in glei­cher Sache ergan­ge­nen Beschluss des BGH vom 20.03.2019 — XII ZB 310/18 -, FamRZ 2019, 953).
2. Eine sub­jek­ti­ve Ver­trags­im­pa­ri­tät des benach­tei­lig­ten Ehe­gat­ten kann sich vor dem Hin­ter­grund sei­ner wirt­schaft­li­chen Abhän­gig­keit sowie sei­ner sprach­li­chen Unter­le­gen­heit im Beur­kun­dungs­ver­fah­ren erge­ben. Dies gilt ins­be­son­de­re dann, wenn der benach­tei­lig­te Ehe­gat­te im Fal­le eines Ver­zichts auf die Ehe­schlie­ßung zusam­men mit dem von ihm betreu­ten gemein­sa­men Kind, wel­ches sich noch im Säug­lings- oder Klein­kind­al­ter befin­det, aus wirt­schaft­li­chen Grün­den in sein Hei­mat­land zurück­keh­ren müss­te und dort einer unge­si­cher­ten wirt­schaft­li­chen Zukunft ent­ge­gen­se­hen wür­de (im Anschluss an den in glei­cher Sache ergan­ge­nen Beschluss des BGH vom 20.03.2019 — XII ZB 310/18 -, FamRZ 2019, 953).

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: https://www.justiz.nrw.de/nrwe/olgs/hamm/j2020/…