OLG Mün­chen, Beschluss vom 03.09.2019, AZ 31 Wx 313/18, 31 Wx 268/19
Aus­ga­be 10–2019, her­aus­ge­ge­ben von OLG Mün­chen

1. Bei Erb­fäl­len vor dem 17.8.2015 erfolgt die Erklä­rung, dass die Erb­schaft aus­ge­schla­gen wer­de, wirk­sam gegen­über dem zustän­di­gen deut­schen Nach­lass­ge­richt, wenn gemäß Art. 25 Abs. 1 EGBGB deut­sches Erbrecht als Erb­sta­tut anwend­bar ist.
2. Bei die­ser Fra­ge han­delt es sich nicht um eine Fra­ge der Form im Sin­ne von Art. 11 Abs. 1 EGBGB, son­dern um eine inhalt­li­che Fra­ge, so dass das Erb­sta­tut maß­geb­lich ist (im Anschluss an OLG Schles­wig FGPrax 2015, 130 ff).
3. Lehnt es das Nach­lass­ge­richt ab, einem gesetz­li­chen Erben der 2. Ord­nung einen Erb­schein zu ertei­len, weil es der Ansicht ist, die gesetz­li­chen Erben der 1. Ord­nung hät­ten die Erb­schaft nicht wirk­sam aus­ge­schla­gen, sind die­se nicht beschwer­de­be­rech­tigt, weil kei­ne unmit­tel­ba­re Rechts­be­ein­träch­ti­gung vor­liegt.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/Y‑300-Z-BECKRS-B-2019-N-21776?hl=true