OLG Nürn­berg, Beschluss vom 02.07.2019, AZ 9 UF 208/19

Aus­ga­be: 01–2020Erbrecht

Annah­me eines min­der­jäh­ri­gen Kin­des des gleich­ge­schlecht­li­chen Ehe­gat­ten – Betei­li­gung des Samen­spen­ders als leib­li­cher, nicht recht­li­cher Vater im Adop­ti­ons­ver­fah­ren

1. Die Betei­li­gung eines Samen­spen­ders als leib­li­cher, nicht recht­li­cher Vater im Ver­fah­ren über die Annah­me Min­der­jäh­ri­ger von Amts wegen nach § 1747 Abs. 1 S 2 BGB kommt nicht in Betracht, wenn sicher davon aus­zu­ge­hen ist, dass der Spen­der über die Geburt des Kin­des infor­miert ist und auf sein Recht, die Stel­lung als Vater des Kin­des ein­zu­neh­men, end­gül­tig ver­zich­tet hat. (Rn. 9)
2. Etwai­ge Unter­halts­ver­pflich­tun­gen eines ange­nom­me­nen Kin­des gegen­über der Anneh­men­den ste­hen der Annah­me nicht ent­ge­gen, wenn sie erst in fer­ner Zukunft zum Tra­gen kämen, umge­kehrt Unter­halts­an­sprü­che des Kin­des gegen die Anneh­men­de viel wahr­schein­li­cher und gegen sei­nen leib­li­chen Vater äußerst unwahr­schein­lich sind. (Rn. 15)
3. Die Beset­zung bei­der Elter­stel­len durch gleich­ge­schlecht­li­che Ehe­gat­ten begeg­net kei­nen durch­grei­fen­den Beden­ken. (Rn. 17 – 18)

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/…