(Stutt­gart) Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen ehren­amt­li­cher Betreu­er nach § 1835a des Bür­ger­li­chen Gesetz­buchs (BGB) sind ab 2011 begrenzt und für die Jah­re davor unbe­grenzt steu­er­frei.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Erb- und Steu­er­recht sowie Han­dels- und Gesell­schafts­recht Dr. Nor­bert Gie­se­ler, Vize­prä­si­dent der DANSEF Deut­sche Anwalts-, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 2.01.2013 zu sei­nem Urteil vom 17. Okto­ber 2012 — VIII R 57/09.

Der Klä­ger war vom Amts­ge­richt in bis zu 42 Fäl­len als Betreu­er bestellt wor­den und hat­te dafür Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen nach § 1835a BGB von bis zu 323 € pro Jahr und betreu­ter Per­son bezo­gen. Das Finanz­amt erfass­te die­se Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen als Ein­nah­men. Die Steu­er­be­frei­ung nach § 3 Nr. 12 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) kam nach sei­ner Auf­fas­sung nicht in Betracht, weil die Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen nicht aus­drück­lich als sol­che im Haus­halts­plan aus­ge­wie­sen waren.

Der BFH folg­te dage­gen im Ergeb­nis der Auf­fas­sung des Klä­gers, dass die Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen steu­er­frei sei­en. Es han­de­le sich zwar um Ein­nah­men aus selb­stän­di­ger Arbeit nach § 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG. Sie sei­en aber steu­er­frei, und zwar in den Jah­ren ab 2011 — betrag­lich begrenzt — nach § 3 Nr. 26b EStG und in den Vor­jah­ren (und damit im Streit­fall) in vol­lem Umfang nach § 3 Nr. 12 Satz 1 EStG.

Es han­de­le sich nicht um eine Ver­gü­tung, die der Klä­ger eben­falls hät­te ver­lan­gen kön­nen und die dann einen erheb­lich höhe­ren Umfang gehabt hät­te, son­dern nur um eine gerin­ge Auf­wands­ent­schä­di­gung, die die für die Betreu­ung anfal­len­den Kos­ten typi­sie­rend abgel­ten sol­le. Der Aus­weis der Auf­wands­ent­schä­di­gung in einem Bun­des­ge­setz (§ 1835a BGB) rei­che für die Vor­aus­set­zun­gen der Steu­er­be­frei­ung nach § 3 Nr. 12 Satz 1 EStG aus. Ein zusätz­li­cher aus­drück­li­cher Aus­weis im Haus­halts­plan sei weder nach dem Wort­laut der Vor­schrift, noch nach ihrem Zweck und auch nicht auf­grund der Ent­ste­hungs­ge­schich­te erfor­der­lich.

Dr. Gie­se­ler emp­fahl, dies zu beach­ten sowie ggfs. recht­li­chen und steu­er­li­chen  Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. auch auf die bun­des­weit mehr als 700 auf Erbrecht, Erb­schaft­steu­er­recht und Schei­dungs­recht spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­wäl­te und Steu­er­be­ra­ter der DANSEF Deut­sche Anwalts-, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., www.dansef.de ver­wies.

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