(Stutt­gart) Der Bun­des­ge­richts­hof hat am 22.04.2010 ent­schie­den, dass eine auf dem Post­weg erfol­gen­de Wer­bung für Grab­ma­le zwei Wochen nach dem Todes­fall nicht mehr wett­be­werbs­recht­lich als unzu­mut­ba­re Beläs­ti­gung der Hin­ter­blie­be­nen ver­bo­ten wer­den kann.

  

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Fach­an­walt für Erbrecht Micha­el Henn, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied der Deut­schen Anwalts-, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. (DANSEF) mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 22.04.2010, Az.: I ZR 29/09.

Der Beklag­te han­delt mit Grab­stei­nen. Er sand­te ein Wer­be­schrei­ben an eine Hin­ter­blie­be­ne, die am sel­ben Tag in der ört­li­chen Tages­zei­tung den Tod eines Ange­hö­ri­gen ange­zeigt hat­te. Die Klä­ge­rin, die Zen­tra­le zur Bekämp­fung unlau­te­ren Wett­be­werbs, hält ein sol­ches Wer­be­schrei­ben in den ers­ten vier Wochen nach dem Todes­fall für eine unzu­mut­ba­re Beläs­ti­gung nach § 7 UWG. Sie hat vom Beklag­ten die Unter­las­sung der Wer­bung sowie die Erstat­tung ihrer Abmahn­kos­ten ver­langt.

Die Vor­in­stan­zen haben der Kla­ge mit der Maß­ga­be statt­ge­ge­ben, dass die Schrei­ben nicht bin­nen drei Wochen (Land­ge­richt) bzw. zwei Wochen (Ober­lan­des­ge­richt) nach dem Todes­fall erfol­gen dürf­ten. Ande­ren­falls lie­ge eine unzu­mut­ba­re Beläs­ti­gung vor.

Die Klä­ge­rin hat mit ihrer Revi­si­on die Wie­der­her­stel­lung des land­ge­richt­li­chen Urteils erstrebt. Der Beklag­te hat­te das Urteil des Beru­fungs­ge­richts hin­ge­nom­men.

Das Rechts­mit­tel hat­te kei­nen Erfolg. Der Bun­des­ge­richts­hof ist mit den Vor­in­stan­zen davon aus­ge­gan­gen, dass der Unter­neh­mer zwar eine gewis­se War­te­frist ab dem Todes­fall ein­hal­ten müs­se. Er hat aber ange­nom­men, dass eine Frist von zwei Wochen, wie sie das Beru­fungs­ge­richt für ange­mes­sen erach­tet hat, aus Rechts­grün­den nicht zu bean­stan­den sei.

Henn emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fäl­len Rechts­rat in Anspruch zu neh­men und ver­wies dabei u. a. auch auf die DANSEF Deut­sche Anwalts-, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., www.dansef.de

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