(Stutt­gart) Der Bun­des­ge­richts­hof hat soeben eine Ent­schei­dung zur Berech­nung des Ver­mö­gens­wer­tes einer frei­be­ruf­li­chen Pra­xis beim Zuge­winn­aus­gleich ver­öf­fent­licht. 

 

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Fami­li­en­recht Mar­tin Weis­pfen­ning, Vize­prä­si­dent und Geschäfts­füh­rer „Fami­li­en­recht” der Deut­schen Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf das am 27. Juli 2011 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 2. Febru­ar 2011 — XII ZR 185/08. 

In dem Fall bestand zwi­schen den geschie­de­nen Ehe­leu­ten Streit über die Bewer­tung einer Steu­er­be­ra­ter­pra­xis sowie der GmbH-Betei­li­gung der beklag­ten Ehe­frau, eine Steu­er­be­ra­te­rin. Der Wert der Pra­xis war in dem vom Amts­ge­richt ein­ge­hol­ten Gut­ach­ten eines Sach­ver­stän­di­gen nach dem modi­fi­zier­ten Umsatz­wert­ver­fah­ren mit 392.400 € ermit­telt wor­den; der Ertrags­wert wur­de dem­ge­gen­über mit 353.100 € ange­ge­ben. Hin­sicht­lich des GmbH-Anteils gelang­te der Sach­ver­stän­di­ge zu einem Wert von 9.900 € (modi­fi­zier­tes Umsatz­wert­ver­fah­ren) bzw. von 7.000 € (Ertrags­wert­ver­fah­ren). 

Der Klä­ger mach­te hin­ge­gen gel­tend, der Wert der Steu­er­be­ra­ter­pra­xis sei nach dem Umsatz­wert­ver­fah­ren zu bemes­sen, so dass von dem höhe­ren Betrag aus­zu­ge­hen sei. Für die GmbH-Betei­li­gung sei ein Wert von 90.000 € in die Aus­gleichs­bi­lanz ein­zu­stel­len. Auf die­ser Grund­la­ge hat der Klä­ger — unter Berück­sich­ti­gung unstrei­ti­ger Zah­lun­gen der Beklag­ten von ins­ge­samt 6.992,88 € — die Zah­lung eines Zuge­winn­aus­gleichs in Höhe von 233.807,73 € nebst Zin­sen ver­langt. 

Das Amts­ge­richt hat­te der Kla­ge in Höhe von 155.440,83 € nebst Zin­sen statt­ge­ge­ben. Die hier­ge­gen gerich­te­te Beru­fung des Klä­gers, mit der er die Zah­lung wei­te­rer 40.050 € begehr­te, ist erfolg­los geblie­ben. Auf die Beru­fung der Beklag­ten hat das Ober­lan­des­ge­richt das ange­foch­te­ne Urteil abge­än­dert und die Kla­ge abge­wie­sen. Dage­gen rich­te­te sich die zuge­las­se­ne Revi­si­on des Klä­gers, der sein zweit­in­stanz­li­ches Begeh­ren wei­ter­ver­folgt. 

Ohne Erfolg, so betont Weis­pfen­ning. Der BGH hielt die Revi­si­on für nicht begrün­det. Das Beru­fungs­ge­richt habe die Kla­ge zu Recht abge­wie­sen. 

Im Zuge­winn­aus­gleich sei grund­sätz­lich auch der Ver­mö­gens­wert einer frei­be­ruf­li­chen Pra­xis zu berück­sich­ti­gen. Bei der Bewer­tung des „Good­will” sei ein Unter­neh­mer­lohn abzu­set­zen, der den indi­vi­du­el­len Ver­hält­nis­sen des Pra­xis­in­ha­bers ent­spricht. Der Unter­neh­mer­lohn habe ins­be­son­de­re der beruf­li­chen Erfah­rung und der unter­neh­me­ri­schen Ver­ant­wor­tung Rech­nung zu tra­gen sowie die Kos­ten einer ange­mes­se­nen sozia­len Absi­che­rung zu berück­sich­ti­gen. Von dem ermit­tel­ten Wert der Pra­xis sei­en unab­hän­gig von einer Ver­äu­ße­rungs­ab­sicht laten­te Ertrag­steu­ern in Abzug zu brin­gen. Die­se sei­en nach den tat­säch­li­chen und recht­li­chen Ver­hält­nis­sen zu bemes­sen, die am Stich­tag vor­la­gen. 

Das Beru­fungs­ge­richt konn­te des­halb hier ohne wei­te­re Fest­stel­lun­gen sei­ner Ent­schei­dung den nach der modi­fi­zier­ten Ertrags­wert­me­tho­de ermit­tel­ten Wert zugrun­de legen.

Weis­pfen­ning emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fäl­len Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. auch auf die bun­des­weit mehr als 700 auf Erbrecht, Erb­schaft­steu­er­recht und Schei­dungs­recht spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­wäl­te und Steu­er­be­ra­ter der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., www.dansef.de ver­wies. 

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Mar­tin Weis­pfen­ning
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