(Stutt­gart) Durch die Schei­dung wird zwar die Ehe been­det, nicht aber die Haf­tung für Bank­dar­le­hen, die man gemein­sam mit der/dem Ver­flos­se­nen auf­ge­nom­men hat. Dar­an ändert auch die Erklä­rung des ande­ren Part­ners, er wer­de die Schul­den bezah­len, nichts.

Nur dann, so der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Fami­li­en­recht Mar­tin Weis­pfen­ning, Vize­prä­si­dent und Geschäfts­füh­rer „Fami­li­en­recht” der Deut­schen Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. (DANSEF) in Stutt­gart, wenn die Bank den Ande­ren aus­drück­lich aus der Haf­tung ent­lässt, ist die­ser von einer wei­te­ren Haf­tung befreit.

Inso­weit ver­wies er auch noch ein­mal auf eine Ent­schei­dung des Land­ge­richts Coburg vom  4. Novem­ber 2008, Az: 23 O 426/08, mit dem ein Geschie­de­ner zur Rück­zah­lung von Bank­ver­bind­lich­kei­ten in Höhe von rund 16.400 € ver­ur­teilt wor­den war. Die Zusa­ge der Ex, den Kre­dit allei­ne zurück­zu­zah­len, war letzt­lich wert­los, weil die Bank ihn nicht aus der Haf­tung ent­las­sen hat­te.

Anfang 2004 hat­ten der Beklag­te und sei­ne dama­li­ge Ehe­frau bei der kla­gen­den Bank 21.000 € auf­ge­nom­men. Als die Ehe 2006 aus­ein­an­der ging, ver­ein­bar­ten die Ehe­gat­ten, dass die Frau die­sen Kre­dit zurück­führt und der Beklag­te zwei wei­te­re Dar­le­hen aus der Ehe­zeit bei ande­ren Kre­dit­in­sti­tu­ten. Das teil­ten sie der Bank mit. Die Frau kam ihren Zah­lungs­ver­pflich­tun­gen jedoch nicht nach, so das die Bank das Dar­le­hen schließ­lich kün­dig­te und vom Ehe­mann die noch offe­nen rund 16.400 € ver­lang­te. Der mein­te, wegen der Abspra­che mit sei­ner Ex-Ehe­frau nicht zah­len zu müs­sen.

Damit irr­te er jedoch gründ­lich, betont Weis­pfen­ning.

Das Land­ge­richt Coburg führ­te damals aus, dass allein das Ver­trags­ver­hält­nis zwi­schen Bank und Beklag­tem maß­geb­lich ist, nicht eine inter­ne Abspra­che zwi­schen den Ehe­gat­ten. Die Bank hat­te ihren Schuld­ner aber gera­de nicht aus der Haf­tung ent­las­sen. Die blo­ße Mit­tei­lung der Ehe­leu­te, wie sie die monat­li­chen Zah­lun­gen zwi­schen sich auf­ge­teilt hat­ten, führ­te nicht zur Schuld­be­frei­ung gegen­über der Bank. Der Mann kann sich Zah­lun­gen an die Bank ledig­lich bei sei­ner Ex-Frau „wie­der holen” — wenn dort etwas zu holen ist.

Als „Fazit” war daher in der ent­spre­chen­den Pres­se­mit­tei­lung des Land­ge­richts Coburg zu lesen:

Nur wenn im Rah­men einer Schei­dungs­ver­ein­ba­rung über Schul­den die Bank mit im Boot sitzt, lässt sich spä­te­rer Schiff­bruch bei der Til­gung ver­mei­den.

Weis­pfen­ning emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. auch auf die auf Fami­li­en­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­tin­nen und Anwäl­te in der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung  für Erb- und Fami­li­en­recht e. V —  www.dansef.de — ver­wies.

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Mar­tin Weis­pfen­ning
Rechtsanwalt/Fachanwalt für Fami­li­en­recht
DAN­SEF-Vize­prä­si­dent und Geschäfts­füh­rer „Fami­li­en­recht“
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