(Stutt­gart)  Eine Zusam­men­ver­an­la­gung mit der im Koma lie­gen­den Ehe­frau kommt nicht in Betracht, wenn der Ehe­mann bereits mit einer neu­en Part­ne­rin zusam­men­lebt und aus die­ser Bezie­hung ein Kind her­vor­ge­gan­gen ist.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent der Deut­schen Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. (DANSEF) mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf die ent­spre­chen­de Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Köln vom 1. August 2011 zu sei­nem Urteil vom 16. Juni 2011 — 10 K 4736/07.

In dem Ver­fah­ren klag­te ein Mann auf Zusam­men­ver­an­la­gung mit sei­ner im Wach­ko­ma lie­gen­den Ehe­frau, die in einem Pfle­ge­heim unter­ge­bracht war. Zur Haus­halts­füh­rung und Ver­sor­gung der bei­den ehe­li­chen Kin­der nahm der Klä­ger gegen Kost und Logis eine Frau auf, die im Streit­jahr vom Klä­ger ein Kind bekam. Das Finanz­amt lehn­te dar­auf­hin die Zusam­men­ver­an­la­gung des Klä­gers mit sei­ner Ehe­frau ab.

Dies bestä­tig­te der 10. Senat des FG Köln, so Pas­sau.                                     

Er hielt es wie das Finanz­amt für aus­ge­schlos­sen, die Kinds­mut­ter ledig­lich als “Haus­an­ge­stell­te” zu sehen. Der Senat ging viel­mehr spä­tes­tens mit der Geburt des gemein­sa­men Kin­des von der Begrün­dung einer neu­en Lebens- und Wirt­schafts­ge­mein­schaft aus, durch die die Gemein­schaft mit der im Koma lie­gen­den Ehe­frau auf­ge­ho­ben wor­den sei. Nach dem grund­ge­setz­li­chen Gebot der Ein­ehe (Art. 6 GG) könn­ten bei einer Per­son nicht gleich­zei­tig zwei Lebens- und Wirt­schafts­ge­mein­schaf­ten vor­lie­gen.

Der 10. Senat hat die Revi­si­on gegen sein Urteil zum BFH zuge­las­sen, weil bis­her noch nicht höchst­rich­ter­lich ent­schie­den sei, ob beson­de­re Lebens­um­stän­de das gleich­zei­ti­ge Vor­lie­gen von zwei Lebens- und Wirt­schafts­ge­mein­schaf­ten recht­fer­ti­gen könn­ten.

Pas­sau emp­fahl, dies und einen etwai­gen Fort­gang zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen und/oder steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf die DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung  für Erb- und Fami­li­en­recht e. V —  www.dansef.de — ver­wies.

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