(Stutt­gart) Bei­trä­ge des Kin­des zu einer frei­wil­li­gen gesetz­li­chen Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung sowie unver­meid­ba­re Bei­trä­ge für eine pri­va­te Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung min­dern die Ein­künf­te und Bezü­ge des Kin­des auch dann, wenn das Kind im Rah­men einer Fami­li­en­ver­si­che­rung mit­ver­si­chert ist.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent der Deut­schen Anwalts-, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. (DANSEF) mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf ein am 15.07.2009 ver­öf­fent­lich­tes Urteil des Finanz­ge­richts Müns­ter vom 04. Juni 2009, Az.  3 K 840/08 Kg.

Im Streit­fall hat­te die Ehe­frau des Klä­gers eine pri­va­te Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung abge­schlos­sen, über die auch die stu­die­ren­de Toch­ter mit­ver­si­chert war. Der Umfang des Ver­si­che­rungs­schut­zes ent­sprach dem einer gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung. Die Fami­li­en­kas­se ließ die für die Toch­ter gezahl­ten Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge bei der Ermitt­lung der Höhe der Ein­künf­te unbe­rück­sich­tigt. Die Ein­künf­te der Toch­ter über­schrit­ten daher den im Streit­jahr maß­geb­li­chen Grenz­be­trag in Höhe von 7.680 EUR, so dass die Fami­li­en­kas­se die Gewäh­rung des Kin­der­gel­des ablehn­te.

Der 3. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter folg­te der Ansicht der Fami­li­en­kas­se nicht, betont Pas­sau.

Er sprach dem Klä­ger das Kin­der­geld zu, da der gesetz­li­che Grenz­be­trag bei Berück­sich­ti­gung der Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge unter­schrit­ten sei. Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­ho­fes sei­en Bei­trä­ge des Kin­des zu einer frei­wil­li­gen gesetz­li­chen Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung sowie unver­meid­ba­re Bei­trä­ge für eine pri­va­te Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung von den Ein­künf­ten und Bezü­gen des Kin­des in Abzug zu brin­gen. Dies gel­te nicht nur, wenn das Kind selbst Ver­si­che­rungs­neh­mer sei, son­dern auch, wenn es im Rah­men einer Fami­li­en­ver­si­che­rung mit­ver­si­chert sei. Grün­de für eine unter­schied­li­che Behand­lung die­ser Fäl­le sei­en mit Blick auf die Unter­halts­si­tua­ti­on der Eltern nicht erkenn­bar. Es sei daher weder beacht­lich, ob die Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge vom Kind selbst oder den Eltern bezahlt wür­den, noch wer von bei­den Ver­si­che­rungs­neh­mer sei.

Der Senat hat die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof zuge­las­sen.

Pas­sau emp­fahl, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. auch auf die auf Fami­li­en­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­tin­nen und Anwäl­te in der DANSEF Deut­sche Anwalts-, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung  für Erb- und Fami­li­en­recht e. V —  www.dansef.de — ver­wies, in der bun­des­weit mehr als 700 auf Erbrecht, Erb­schaft­steu­er­recht und Schei­dungs­recht spe­zia­li­sier­te Rechts­an­wäl­te und Steu­er­be­ra­ter orga­ni­siert sind.

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