(Stutt­gart) Für die Erstat­tung von Schü­ler­fahr­kos­ten kommt es auch dann allein auf die mel­de­recht­li­che Haupt­woh­nung und deren Ent­fer­nung zur nächst­ge­le­ge­nen Schu­le an, wenn der betrof­fe­ne Schü­ler nach der Schei­dung sei­ner Eltern im wöchent­li­chen Wech­sel bei  Mut­ter und Vater wohnt (sog. „Dop­pel­re­si­denz­mo­dell”).

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Fami­li­en­recht Mar­tin Weis­pfen­ning, Vize­prä­si­dent und Geschäfts­füh­rer „Fami­li­en­recht” der Deut­schen Anwalts-, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf eine Mit­tei­lung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts (OVG) Rhein­land-Pfalz vom 22. Juli 2011 zu sei­nem Beschluss vom 17. Juni 2011, Az.: 2 A 10395/11.OVG.

Der Klä­ger besucht ein Gym­na­si­um in Mainz. Er lebt nach der Schei­dung sei­ner Eltern im wöchent­li­chen Wech­sel glei­cher­ma­ßen bei der Mut­ter wie beim Vater. Sei­nen Antrag auf Über­nah­me der Fahr­kos­ten zur Schu­le lehn­te die beklag­te Stadt mit der Begrün­dung ab, sein Schul­weg, für des­sen Berech­nung allein die bei der Mut­ter gemel­de­te Haupt­woh­nung maß­geb­lich sei, betra­ge weni­ger als 4 km. Dass die Woh­nung sei­nes Vaters wesent­lich wei­ter von der Schu­le ent­fernt lie­ge, sei dem­ge­gen­über uner­heb­lich. Auf die hier­ge­gen erho­be­ne Kla­ge ver­pflich­te­te das Ver­wal­tungs­ge­richt die Stadt, die Fahr­kos­ten zur Hälf­te zu über­neh­men, weil der Klä­ger in glei­chem Umfang bei bei­den Eltern­tei­len woh­ne.

Die­ses Urteil hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt nun­mehr abge­än­dert und die Kla­ge abge­wie­sen, so Weis­pfen­ning.

Für die Län­ge des Schul­wegs sei allein die Haupt­woh­nung im mel­de­recht­li­chen Sin­ne maß­ge­bend, so dass eine antei­li­ge Fahr­kos­ten­er­stat­tung auch dann aus­schei­de, wenn ein Schü­ler tat­säch­lich glei­cher­ma­ßen bei bei­den Eltern­tei­len woh­ne. Schon aus dem Wort­laut der ein­schlä­gi­gen Bestim­mun­gen des Lan­des­schul­ge­set­zes erge­be sich, dass für die Über­nah­me der Schü­ler­fahr­kos­ten nur eine Woh­nung zu berück­sich­ti­gen sei. Hier­bei kön­ne es sich nach Sinn und Zweck der Vor­schrif­ten nur um die Haupt­woh­nung im mel­de­recht­li­chen Sin­ne han­deln. Unnö­ti­ger Ver­wal­tungs­auf­wand wer­de durch die Anleh­nung an das Mel­de­recht ver­mie­den.

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat die Revi­si­on gegen das Urteil nicht zuge­las­sen. Gegen die­se Ent­schei­dung kön­nen die Betei­lig­ten inner­halb eines Monats Beschwer­de zum Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt erhe­ben.

Weis­pfen­ning emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fäl­len Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. auch auf die bun­des­weit mehr als 700 auf Erbrecht, Erb­schaft­steu­er­recht und Schei­dungs­recht spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­wäl­te und Steu­er­be­ra­ter der DANSEF Deut­sche Anwalts-, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., www.dansef.de ver­wies. 

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Mar­tin Weis­pfen­ning
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DAN­SEF-Vize­prä­si­dent und Geschäfts­füh­rer „Fami­li­en­recht“
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