(Stutt­gart) Im Rah­men der Bedarfs­er­mitt­lung beim Ehe­gat­ten­un­ter­halt gemäß § 1578 Abs. 1 Satz 1 BGB ist nach der seit dem 1. Janu­ar 2008 gel­ten­den Rechts­la­ge auch ein vom Unter­halts­pflich­ti­gen geschul­de­ter Min­der­jäh­ri­gen­un­ter­halt nicht mehr mit dem sog. Tabel­len­be­trag, son­dern mit dem sich nach Abzug des (hälf­ti­gen) Kin­der­gelds gemäß § 1612 b Abs. 1 BGB erge­ben­den Zahl­be­trag zu berück­sich­ti­gen.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Fami­li­en­recht Mar­tin Weis­pfen­ning, Geschäfts­füh­rer „Fami­li­en­recht” der Deut­schen Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. (DANSEF) mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf das am 30.06.2009 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 27. Mai 2009, Az.: VII ZR 78/08.

Die Bestim­mung des  § 1612 b Abs. 1 BGB ver­sto­ße  auch mit die­ser Wir­kung nicht gegen den Gleich­heits­grund­satz gemäß  Art. 3 Abs. 1 GG.

Des­wei­te­ren, so Weis­pfen­ning, habe der BGH in dem Ver­fah­ren ent­schie­den, dass in dem Fall, dass einem Ehe­gat­ten zwei Woh­nun­gen gehö­ren, sei­nem Ein­kom­men ent­spre­chen­de Wohn­vor­tei­le zuge­rech­net wer­den kön­nen. Aller­dings kom­me in die­sen Fäl­len eine Kür­zung unter Ange­mes­sen­heits­ge­sichts­punk­ten in Betracht. Vom Eigen­tü­mer zu tra­gen­de ver­brauchs­un­ab­hän­gi­ge Kos­ten könn­ten grund­sätz­lich nur dann von sei­nem Wohn­vor­teil abge­zo­gen wer­den, wenn es sich um nicht umla­ge­fä­hi­ge Kos­ten im Sin­ne von §§ 556 Abs. 1 BGB, 1, 2 BetrKV han­de­le.

Dar­über­hin­aus, so Weis­pfen­ning, hat der BGH in die­sem Fall auch noch dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die Dar­le­gungs- und Beweis­last für ehe­be­ding­te Nach­tei­le im Sin­ne von § 1578 b BGB im Hin­blick auf die dem Unter­halts­be­rech­tig­ten gegen­wär­tig feh­len­de Mög­lich­keit, eine sei­ner Aus­bil­dung und frü­he­ren beruf­li­chen Stel­lung ent­spre­chen­de Tätig­keit zu erlan­gen, vor­greif­lich nach § 1577 BGB zu beur­tei­len ist und dem Unter­halts­be­rech­tig­ten obliegt. Gelan­ge das Fami­li­en­ge­richt hier zu der Über­zeu­gung, dass der Unter­halts­gläu­bi­ger kein adäqua­tes Ein­kom­men erzie­len kön­ne, erüb­ri­ge sich inso­weit eine erneu­te Prü­fung im Rah­men von § 1578 b BGB.

Weis­pfen­ning emp­fahl, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. auch auf die auf Fami­li­en­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­tin­nen und Anwäl­te in der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung  für Erb- und Fami­li­en­recht e. V —  www.dansef.de — ver­wies, in der bun­des­weit mehr als 700 auf Erbrecht, Erb­schaft­steu­er­recht und Schei­dungs­recht spe­zia­li­sier­te Rechts­an­wäl­te und Steu­er­be­ra­ter orga­ni­siert sind.

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Mar­tin Weis­pfen­ning
Rechtsanwalt/Fachanwalt für Fami­li­en­recht
DANSEF — Geschäfts­füh­rer „Fami­li­en­recht”
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