(Stutt­gart) Mit­tels Face­book über­mit­tel­te Dro­hun­gen kön­nen ein Ver­bot der Kon­takt­auf­nah­me und Nähe­rung nach dem Gewalt­schutz­ge­setz (GewSchG) recht­fer­ti­gen.

Das, so der Wil­helms­ha­ve­ner Fach­an­walt für Fami­li­en­recht Cas­par Blu­men­berg, Vize­prä­si­dent der Deut­schen Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. mit Sitz in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die ent­spre­chen­de Mit­tei­lung des Gerichts, hat der 2. Senat für Fami­li­en­sa­chen des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Hamm mit Beschluss vom 23.04.2013 (Az. 2 UF 254/12) ent­schie­den und damit die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung des Amts­ge­richts ‑Fami­li­en­ge­richts — Glad­beck bestä­tigt.

Die Antrag­stel­ler, eine Mut­ter und ihrer 7jähriger Sohn, leben in Glad­beck. Mit der Antrags­geg­ne­rin aus Ober­ha­ching sind sie bekannt. Weil die Antrags­geg­ne­rin annahm, vom einem Bru­der der Antrag­stel­le­rin betro­gen wor­den zu sein, bezeich­ne­te sie die Antrag­stel­le­rin im Dezem­ber 2011 über Face­book als „Mon­go­toch­ter” und ihren Sohn als „dre­cki­gen” Jun­gen. Dabei kün­dig­te sie an, den Jun­gen bzw. ein Mit­glied der Fami­lie der Antrag­stel­le­rin „kalt zu machen”, den Antrag­stel­lern „auf­zu­lau­ern” und dem Jun­gen „einen Stein an den Kopf zu wer­fen”. Auf­grund die­ser Face­bookein­trä­ge hat das Fami­li­en­ge­richt der Antrags­geg­ne­rin ver­bo­ten, sich der Woh­nung der Antrag­stel­ler näher als 100 m zu nähern, sich der Antrag­stel­le­rin und ihrem Sohn näher als 30 m zu nähern und mit den Antrag­stel­lern Kon­takt auf­zu­neh­men, ins­be­son­de­re über Email oder Face­book.

Auf die Beschwer­de der Antrags­geg­ne­rin hat der 2. Senat für Fami­li­en­sa­chen des Ober­lan­des­ge­richts Hamm die Anord­nun­gen des Fami­li­en­ge­richts bestä­tigt, so Blu­men­berg, und sie aus Grün­den der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit bis zum Novem­ber 2014 befris­tet.

Die von der Antrags­geg­ne­rin unter ihrem Face­book­pro­fil an die Antrag­stel­le­rin über­mit­tel­ten Nach­rich­ten sei­en rechts­wid­ri­ge Dro­hun­gen. Sie kün­dig­ten eine Ver­let­zung des Lebens des Antrag­stel­lers in der Wei­se an, dass die Antrags­geg­ne­rin auf den Ein­tritt der Rechts­gut­ver­let­zung Ein­fluss zu haben vor­ge­be. Die Antrag­stel­ler hät­ten die ange­kün­dig­te Rechts­gut­ver­let­zung ernst genom­men. Die Dro­hun­gen sei­en rechts­wid­rig, eine von einem Drit­ten gegen die Antrags­geg­ne­rin ver­üb­te Straf­tat lega­li­sie­re sie nicht. Die Dro­hun­gen recht­fer­tig­ten das nach § 1 GewSchG aus­ge­spro­che­ne Nähe­rungs- und Kon­takt­ver­bot, das not­wen­dig sei, um die ange­kün­dig­ten Rechts­gut­ver­let­zun­gen zu ver­hin­dern. Die Anord­nun­gen sei­en zu befris­ten, nach­dem nicht fest­stell­bar sei, dass die Antrags­geg­ne­rin nach Dezem­ber 2011 noch Dro­hun­gen aus­ge­sto­ßen habe.

Blu­men­berg emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fäl­len Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. auch auf die bun­des­weit mehr als 700 auf Erbrecht, Erb­schaft­steu­er­recht und Schei­dungs­recht spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­wäl­te und Steu­er­be­ra­ter der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., www.dansef.de ver­wies.
 

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Cas­par Blu­men­berg
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