(Stutt­gart) Das Bun­des­ka­bi­nett hat am 25. August 2010 den von Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin Sabi­ne Leu­theus­ser-Schnar­ren­ber­ger vor­ge­leg­ten Ent­wurf eines “Geset­zes zur Ände­rung des Vor­mund­schafts- und Betreu­ungs­rechts” beschlos­sen.

Ziel des Ent­wurfs ist es ins­be­son­de­re, so der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Fami­li­en­recht Mar­tin Weis­pfen­ning, Vize­prä­si­dent und Geschäfts­füh­rer „Fami­li­en­recht” der Deut­schen Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. (DANSEF) in Stutt­gart, unter Hin­weis auf die ent­spre­chen­de BJM-Mit­tei­lung, den per­sön­li­chen Kon­takt des Vor­mun­des zu dem Mün­del in der Vor­mund­schaft zu stär­ken, um zukünf­tig Fäl­len von Miss­brauch und Ver­wahr­lo­sung bes­ser begeg­nen zu kön­nen. 

Unter Vor­mund­schaft ver­steht man die gesetz­lich gere­gel­te recht­li­che Für­sor­ge für eine min­der­jäh­ri­ge, unmün­di­ge Per­son (der soge­nann­te Mün­del). Ein Gericht kann die Vor­mund­schaft anord­nen, wenn bei­spiels­wei­se die Eltern der Per­son ver­stor­ben sind oder ihnen das Sor­ge­recht ent­zo­gen wur­de. Als Vor­mund kön­nen geschäfts­fä­hi­ge Per­so­nen, meh­re­re Per­so­nen — bei­spiels­wei­se ein Ehe­paar -, das Jugend­amt oder ein Ver­ein beru­fen wer­den.

Der Gesetz­ent­wurf der Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin sieht im Wesent­li­chen vor:

  • der Vor­mund soll in der Regel ein­mal im Monat per­sön­li­chen Kon­takt mit dem Mün­del auf­neh­men
  • der Vor­mund hat die Pflicht, den Mün­del per­sön­lich zu för­dern und sei­ne Erzie­hung zu gewähr­leis­ten
  • die Auf­sichts­pflich­ten des Gerich­tes wer­den aus­ge­wei­tet
  • die Berichts­pflich­ten gegen­über dem Gericht wer­den aus­ge­wei­tet
  • das Jugend­amt soll den Mün­del vor Über­tra­gung der Auf­ga­ben des Vor­mun­des auf einen Mit­ar­bei­ter bei der Amts­vor­mund­schaft anhö­ren
  • ein Amts­vor­mund soll höchs­tens 50 Mün­del betreu­en — und nicht mehr wie bis­lang bis zu 120 Kin­der
  • unzu­rei­chen­de per­sön­li­che Kon­tak­te wer­den als Grund für die Ent­las­sung des Betreu­ers im Betreu­ungs­recht aus­drück­lich genannt

Der letz­te Punkt soll ins­be­son­de­re ver­hin­dern, dass wegen der zum 1. Juli 2005 ein­ge­führ­ten pau­scha­len Ver­gü­tung der Berufs­be­treu­er der per­sön­li­che Kon­takt zwi­schen Betreu­er und Betreu­tem zu stark ein­ge­schränkt wird, wie die Eva­lua­ti­on des Betreu­ungs­recht es nahe­legt.

Die Bun­des­jus­tiz­mi­nis­te­rin ist der Über­zeu­gung, dass die Umset­zung des Geset­zes­vor­ha­bens zu einer spür­ba­ren Ver­bes­se­rung des per­sön­li­chen Kon­tak­tes zwi­schen Vor­mund und Mün­del füh­ren wird, die unter Vor­mund­schaft ste­hen­den Kin­der und Jugend­li­chen sich durch ihre stär­ke­re Betei­li­gung erns­ter genom­men füh­len und Kin­dern wie dem klei­nen Kevin ein bes­se­rer Schutz gewährt wer­den kann.

Weis­pfen­ning emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. auch auf die auf Fami­li­en­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­tin­nen und Anwäl­te in der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung  für Erb- und Fami­li­en­recht e. V —  www.dansef.de — ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Mar­tin Weis­pfen­ning
Rechtsanwalt/Fachanwalt für Fami­li­en­recht
DAN­SEF-Vize­prä­si­dent und Geschäfts­füh­rer „Fami­li­en­recht“
c/o Dr. Scholz & Weis­pfen­ning
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90402 Nürn­berg
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