(Stutt­gart) Steu­er­pflich­ti­ge Kapi­tal­ein­künf­te kön­nen sich bei einem Ber­li­ner Tes­ta­ment auch aus einer tes­ta­men­ta­risch ange­ord­ne­ten Ver­zin­sung eines Ver­mächt­nis­an­spruchs erge­ben.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Erb- und Steu­er­recht sowie Han­dels- und Gesell­schafts­recht Dr. Nor­bert Gie­se­ler, Vize­prä­si­dent der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) vom 9.03.2016 zu sei­nem Urteil vom 20. Okto­ber 2015 — VIII R 40/13.

Im Streit­fall hat­ten Ehe­gat­ten ein Ber­li­ner Tes­ta­ment errich­tet. Der Län­ger­le­ben­de soll­te nach dem Tode des ers­ten Ehe­gat­ten Allein­er­be wer­den. Die Ehe­gat­ten setz­ten dem Sohn nach dem ers­ten Erb­fall als Ver­mächt­nis einen Geld­be­trag in Höhe des „beim Tode des Erst­versterben­den gel­ten­den Frei­be­tra­ges” bei der Erb­schaft- bzw. Schen­kungsteu­er aus. Die­ser Betrag soll­te aber erst fünf Jah­re nach dem Tode des zuerst Versterben­den fäl­lig wer­den. Der aus­zu­zah­len­de Geld­be­trag war mit 5 % bis zur Aus­zah­lung zu ver­zin­sen. Der Vater ver­starb im Jahr 2001. Allein­er­bin wur­de die Mut­ter. Der Sohn for­der­te den fäl­li­gen Ver­mächt­nis­be­trag samt Zin­sen von sei­ner Mut­ter bei Fäl­lig­keit im Jahr 2006 nicht ein. Im Fol­ge­jahr ver­zich­te­te er auf sei­nen Geld­an­spruch aus dem Ver­mächt­nis samt Zin­sen.

Der BFH sieht die Zin­sen auf­grund des Ver­mächt­nis­ses als ein­kom­men­steu­er­pflich­ti­ge Ein­künf­te aus Kapi­tal­ver­mö­gen an. Es lie­ge ein sog. betag­tes Ver­mächt­nis vor, das bereits mit dem Tode des Vaters im Jahr 2001 ent­stan­den, aber erst fünf Jah­re danach im Streit­jahr 2006 fäl­lig gewor­den sei. Zin­sen, die auf einer tes­ta­men­ta­risch ange­ord­ne­ten Ver­zin­sung eines betag­ten Ver­mächt­nis­an­spruchs beru­hen, sind beim Ver­mächt­nis­neh­mer gemäß § 20 Abs. 1 Nr. 7 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes steu­er­pflich­tig.

Gleich­wohl ent­schied der BFH im Streit­fall zuguns­ten des Sohns. Weder sei­en ihm im Streit­jahr Zin­sen gezahlt wor­den noch ste­he einer Aus­zah­lung gleich, dass der Sohn es unter­las­sen habe, den fäl­li­gen Zins­an­spruch gegen­über sei­ner Mut­ter gel­tend zu machen.

Dr. Gie­se­ler emp­fahl, dies zu beach­ten sowie ggfs. recht­li­chen und steu­er­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. auch auf die bun­des­weit mehr als 700 auf Erbrecht, Erb­schaft­steu­er­recht und Schei­dungs­recht spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­wäl­te und Steu­er­be­ra­ter der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., www.dansef.de ver­wies.

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