(Stutt­gart) Das Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen hat soeben ent­schie­den, dass soweit ein Gesell­schaf­ter einer GbR, die Eigen­tü­me­rin eines Grund­stücks ist, ver­stirbt, des­sen Rechts­nach­fol­ge die Grund­buch­be­rich­ti­gung bean­tra­gen kann. Zum Nach­weis der Rechts­nach­fol­ge ist der Gesell­schafts­ver­trag der GbR vor­zu­le­gen und gege­be­nen­falls der Erb­nach­weis. 

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Erb- und Steu­er­recht sowie Han­dels- und Gesell­schafts­recht Dr. Nor­bert Gie­se­ler, Vize­prä­si­dent der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Ent­schei­dung des OLG Mün­chen vom 04.07.2017 (Az. 34 WX 123/17).

Abwei­chend von der kürz­lich ergan­ge­nen Ent­schei­dung des Kam­mer­ge­richts Ber­lin (Beschluss vom 29.03.2017, Az. 1 W 907/15) ver­langt das Ober­lan­des­ge­richt Mün­chen, dass bei Verster­ben eines GbR-Gesell­schaf­ters des­sen Rechts­nach­fol­ger der Geschäfts­an­tei­le (und nicht des­sen Erbe) zur Bewil­li­gung der Grund­buch­be­rich­ti­gung berech­tigt ist.

Hin­ter­grund der Ent­schei­dung ist, dass der Gesell­schafts­ver­trag der GbR für die Rechts­nach­fol­ge maß­ge­bend ist. Nur wenn im Gesell­schafts­ver­trag ver­ein­bart ist, dass die Erben Rechts­nach­fol­ger des ver­stor­be­nen Gesell­schaf­ters ist, spielt die erbrecht­li­che Rechts­nach­fol­ge eine Rol­le. Ande­ren­falls ist die gesell­schafts­ver­trag­li­che Rechts­nach­fol­ge maß­ge­bend.

Die über­zeu­gen­de Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts Mün­chen hat erheb­li­che prak­ti­sche Rele­vanz, betont Dr. Gie­se­ler. Bei der Grund­buch­be­rich­ti­gung nach dem Tode eines GbR-Gesell­schaf­ters wird man zum Nach­weis der Bewil­li­gungs­be­rech­ti­gung nicht umhin­kom­men, dem Grund­buch­amt den Gesell­schafts­ver­trag der GbR vor­zu­le­gen oder – soweit ein sol­cher nur münd­lich geschlos­sen sein soll­te – des­sen Inhalt eides­statt­lich zu ver­si­chern. Denn – anders als bei Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten – kann das Grund­buch­amt den Gesell­schafts­ver­trag nicht im Han­dels­re­gis­ter abru­fen. Eine Vor­la­ge in nota­ri­ell beglau­big­ter Form (§ 29 GBO) ist nicht erfor­der­lich. Viel­mehr genügt eine Kopie.

Dr. Gie­se­ler emp­fahl, dies zu beach­ten sowie ggfs. recht­li­chen und steu­er­li­chen Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. auch auf die bun­des­weit mehr als 700 auf Erbrecht, Erb­schaft­steu­er­recht und Schei­dungs­recht spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­wäl­te und Steu­er­be­ra­ter der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., www.dansef.de ver­wies.

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