(Stutt­gart) Das Finanz­ge­richt Rhein­land-Pfalz hat ent­schie­den, dass Erben, die Grund­stü­cke bzw. Mit­ei­gen­tums­an­tei­le an Grund­stü­cken im Rah­men der Erbaus­ein­an­der­set­zung erhal­ten, danach aber getauscht haben, für die­sen Tausch­vor­gang Grund­er­werb­steu­er zah­len müs­sen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent der Deut­schen Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V. (DANSEF) mit Sitz in Stutt­gart unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Finanz­ge­richts (FG) Rhein­land-Pfalz vom 12.05.2015 zu sei­nem Urteil vom 16. April 2015 (4 K 1380/13).

Der Klä­ger, sei­ne bei­den Geschwis­ter und ihr Groß­va­ter gehör­ten zu einer Erben­ge­mein­schaft. Im Nach­lass der ver­stor­be­nen Groß­mutter des Klä­gers befan­den sich meh­re­re in der Süd­pfalz gele­ge­ne Grund­stü­cke. Zwei die­ser Grund­stü­cke wur­den im Rah­men der Aus­ein­an­der­set­zung der Erben­ge­mein­schaft auf den Klä­ger und sei­ne bei­den Geschwis­ter über­tra­gen, und zwar erhiel­ten alle drei Geschwis­ter Mit­ei­gen­tum an jedem der bei­den Grund­stü­cke zu je 1/3. Eini­ge Jah­re spä­ter (im Jahr 2012) tausch­ten die Geschwis­ter ihre Mit­ei­gen­tums­an­tei­le, wodurch der Klä­ger Allein­ei­gen­tü­mer eines der bei­den Grund­stü­cke wur­de. Unter Hin­weis auf die­sen Tausch­vor­gang setz­te das beklag­te Finanz­amt (FA) gegen den Klä­ger Grund­er­werb­steu­er fest (rd. 1.900 €). Dage­gen wand­te sich der Klä­ger zunächst mit Ein­spruch und dann mit Kla­ge. Er mach­te gel­tend, die bei­den Grund­stü­cke hät­ten einer Erben­ge­mein­schaft gehört, so dass der Erwerb nach § 3 Nr. 3 Grund­er­werb­steu­er­ge­setz (GrEStG) steu­er­frei sei. Die Grund­stü­cke sei­en ihm und sei­nen Geschwis­tern zu je 1/3 über­tra­gen wor­den, weil sei­ner­zeit noch nicht abseh­bar gewe­sen sei, wer von ihnen ein­mal dort bau­en wer­de. Mit dem Tausch­vor­gang sei ledig­lich der Wil­le des Groß­va­ters umge­setzt und gemein­sam geerb­te Grund­stü­cke getauscht wor­den. Ihr Groß­va­ter habe jedem sei­ner Enkel­kin­der die Mög­lich­keit offen hal­ten wol­len, aus dem Nach­lass einen Bau­platz zu erhal­ten. Das FG folg­te die­ser Auf­fas­sung nicht und wies die Kla­ge mit Urteil vom 16. April 2015 (4 K 1380/13) ab. Das Finanz­amt – so das FG – habe zu Recht eine Steu­er­be­frei­ung nach § 3 Nr. 3 GrEStG ver­sagt. Nach die­ser Vor­schrift sei ein Grund­stücks­er­werb nur dann steu­er­frei, wenn das Grund­stück vor der Eigen­tums­über­tra­gung zum unge­teil­ten Nach­lass gehört habe bzw. von der Erben­ge­mein­schaft über­tra­gen wor­den sei. Die zur Erbaus­ein­an­der­set­zung sei­ner­zeit erfolg­te Über­tra­gung der bei­den Grund­stü­cke auf den Klä­ger und sei­ne Geschwis­ter sei daher unstrei­tig steu­er­frei gewe­sen. Mit die­ser Über­tra­gung sei­en die Nach­lass­grund­stü­cke aller­dings zu Bruch­teils­ei­gen­tum gewor­den und aus dem Nach­lass aus­ge­schie­den. Fort­an sei­en daher weder der Klä­ger noch sei­ne bei­den Geschwis­ter an den Wil­len ihres Groß­va­ters oder der Erben­ge­mein­schaft mehr recht­lich gebun­den gewe­sen und hät­ten ihr Bruch­teils­ei­gen­tum (Mit­ei­gen­tums­an­teil zu je 1/3) z.B. auch ander­wei­tig ver­äu­ßern kön­nen. Der nach­fol­gen­de Tausch von Mit­ei­gen­tums­an­tei­len sei somit nach der Erbaus­ein­an­der­set­zung außer­halb des Nach­las­ses erfolgt. Pas­sau emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen und/oder steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auf die DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V — www.dansef.de – ver­wies. Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung: Jörg Pas­sau Steu­er­be­ra­ter DANSEF Vize­prä­si­dent Pas­sau, Nie­mey­er & Col­le­gen Walk­er­damm 1 24103 Kiel Tel: 0431 – 974 300 Fax: 0431 – 973 3099 Email: j.passau@pani‑c.de www.panic-de