(Stutt­gart) Uren­keln steht für eine Schen­kung jeden­falls dann ledig­lich der Frei­be­trag in Höhe von 100.000 € zu, wenn Eltern und Groß­el­tern noch nicht vor­ver­stor­ben sind.

Das, so der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Erb- und Steu­er­recht sowie Han­dels- und Gesell­schafts­recht Dr. Nor­bert Gie­se­ler, Vize­prä­si­dent der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., Stutt­gart, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des BFH vom 22.10.2020 hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Beschluss vom 27.07.2020 — II B 39/20 (AdV) in einem Eil­ver­fah­ren entschieden.

Eine Urgroß­mutter schenk­te ihren bei­den Uren­keln eine Immo­bi­lie. Ihre Toch­ter (die Groß­mutter der Uren­kel) erhielt hier­an einen Nieß­brauch. Die Uren­kel mach­ten die Frei­be­trä­ge von 200.000 € für „Kin­der der Kin­der“ gel­tend, wäh­rend das Finanz­amt und auch das Finanz­ge­richt ihnen ledig­lich Frei­be­trä­ge von 100.000 € zubil­lig­ten, die das Gesetz für „Abkömm­lin­ge der Kin­der“ vorsieht.

Der BFH ist der restrik­ti­ven Sicht­wei­se gefolgt. Das Gesetz dif­fe­ren­ziert zwi­schen Kin­dern und Abkömm­lin­gen. Also sind Kin­der ledig­lich Kin­der und nicht sons­ti­ge Abkömm­lin­ge und daher sind Kin­der der Kin­der ledig­lich Enkel­kin­der. Das Erb­schaft­steu­er- und Schen­kungs­steu­er­ge­setz dif­fe­ren­ziert die steu­er­li­che Belas­tung zum einen über Steu­er­klas­sen, zum ande­ren über Frei­be­trä­ge. Abkömm­lin­ge in gera­der Linie gehö­ren zwar unter­schieds­los zu der güns­tigs­ten Steu­er­klas­se I, genie­ßen aber gestaf­fel­te Frei­be­trä­ge. Kin­der (und Stief­kin­der) erhal­ten einen Frei­be­trag von 400.000 €. Das­sel­be gilt für Kin­der bereits ver­stor­be­ner Kin­der. Sonst bekom­men Kin­der der Kin­der einen Frei­be­trag von 200.000 €, die übri­gen Per­so­nen der Steu­er­klas­se I einen Frei­be­trag von 100.000 €. Zu die­sen übri­gen Per­so­nen gehö­ren folg­lich die ent­fern­te­ren Abkömmlinge.

Dr. Gie­se­ler emp­fahl, dies zu beach­ten sowie ggfs. recht­li­chen und steu­er­li­chen  Rat ein­zu­ho­len, wobei er u. a. auch auf die bun­des­weit mehr als 700 auf Erbrecht, Erb­schaft­steu­er­recht und Schei­dungs­recht spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­wäl­te und Steu­er­be­ra­ter der DANSEF Deut­sche Anwalts‑, Notar- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für Erb- und Fami­li­en­recht e. V., www.dansef.de verwies.

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